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Nasa will Mondbasis bauen und stoppt Pläne für Raumstation mit ESA-Beteiligung
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa stoppt ihre Pläne für eine Mond-nahe Raumstation mit europäischer Beteiligung. Nasa-Chef Jared Isaacman erklärte am Dienstag im Nasa-Hauptquartier in Washington, die Behörde wolle das Projekt "Gateway in seiner derzeitigen Form pausieren". Daran ist unter anderem die europäische Raumfahrtagentur ESA beteiligt. Stattdessen will die Nasa für 20 Milliarden Dollar (gut 17 Milliarden Euro) eine Basis auf dem Mond bauen.
Laut Isaacman soll der Stützpunkt auf dem Mond der "erste dauerhafte Außenposten der Menschheit jenseits der Erde" werden. Die Nasa wolle die Milliardenmittel in den kommenden sieben Jahren investieren und die Basis im Rahmen Dutzender Mondmissionen ab 2029 aufbauen. Dies solle "in Zusammenarbeit mit kommerziellen und internationalen Partnern" geschehen, betonte er. Ab 2032 sollen sich Menschen zeitweise auf dem Stützpunkt aufhalten können.
Damit verabschiedet sich die Nasa de facto von den Plänen für die Raumstation Gateway, die von manchen als zu kostspielig kritisiert wurden. Nach den bisherigen Plänen sollten Astronauten zwischen 30 und 60 Tagen auf der Raumstation in der Mondumlaufbahn bleiben. Gateway sollte zudem als Zwischenstation für zukünftige Reisen zum viel weiter entfernten Planeten Mars dienen. Neben der ESA waren daran Kanada, Japan und die Vereinigten Arabischen Emirate beteiligt.
Die Raumstation Gateway gehörte bisher zum Artemis-Programm der Nasa, mit dem die USA unter Präsident Donald Trump erstmals seit gut 50 Jahren wieder Menschen auf den Mond bringen wollen. Nach einer Reihe technischer Probleme hatte die Nasa das Programm jedoch zuletzt neu ausgerichtet.
Fraglich ist nun, was mit den bereits hergestellten Gateway-Komponenten geschehen soll. Die ESA hatte in Zusammenarbeit mit der japanischen Weltraumagentur Jaxa unter anderem das Wohnmodul für die Raumstation entwickelt. Die Nasa erklärte, sie wolle für die geplante Mondbasis "geeignete Ausrüstung umwidmen", sofern dies technisch möglich sei.
Die ESA teilte auf Anfrage mit, sie sei "derzeit in engen Beratungen mit ihren Mitgliedstaaten, ihren internationalen Partnern und der europäischen Industrie, um die Auswirkungen dieser Ankündigung zu bewerten". Deutschland ist größter Beitragszahler unter den ESA-Mitgliedsländern.
Offiziell hält die US-Raumfahrtbehörde weiter am Ziel fest, Menschen bis 2028 auf den Erdtrabanten zu bringen. Das Datum gegen Ende von Trumps zweiter Amtszeit scheint jedoch zunehmend fraglich. Allerdings befinden sich die Vereinigten Staaten in einem Wettlauf mit China, das bis spätestens 2030 eine eigene bemannte Mondmission plant.
Ab dem 1. April öffnet sich zunächst das Zeitfenster für den Start der Artemis-2-Mission Richtung Mond. Vier Astronauten sollen zehn Tage lang in einer Orion-Kapsel den Mond umrunden, jedoch nicht auf dem Erdtrabanten landen. Es wäre der erste bemannte Mond-Flug seit Apollo 17 im Jahr 1972. Der eigentlich für Februar geplante Start hatte sich wegen Pannen verzögert.
P.Sousa--PC