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Streiks bei der Lufthansa: Gewerkschaften stellen vorerst Pause in Aussicht
Zum Ende einer Woche der Arbeitskämpfe bei der Lufthansa haben die Piloten- und Flugbegleitergewerkschaften VC und UFO vorerst eine Streikpause in Aussicht gestellt. Es gebe "keine weiteren Streikbeschlüsse aktuell", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO), Joachim Vázquez Bürger, der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. "Wir warten jetzt ab, wie die Lufthansa reagiert." Wenn keine angemessene Reaktion komme, bleibe der Gewerkschaft allerdings nur übrig, wieder die Arbeit niederzulegen.
Bewegung im Konflikt sieht der UFO-Vorsitzende zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht. Er gab an, dass die Situation "so verhärtet ist wie noch nie".
Auch die Tarifkommission der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte am Freitag in einem Rundschreiben an ihre Mitglieder, dass es "kurzfristig keine weiteren Arbeitskampfmaßnahmen geben" werde. "Der Fokus liegt zunächst auf den Gesprächen sowie auf der Klärung, ob und wie eine mögliche Schlichtung ausgestaltet werden kann", hieß es. Am Montag werde es ein Gespräch mit der Arbeitgeberseite geben.
Seit Beginn der Woche fielen täglich hunderte Lufthansa-Flüge aus. Pilotinnen und Piloten der Lufthansa hatten bereits am Montag und Dienstag gestreikt und legten am Donnerstag und Freitag erneut die Arbeit nieder. Ihre Gewerkschaft VC fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten. Bestreikt wurden Flüge der Lufthansa sowie ihrer Tochter Cityline und die Frachtsparte Cargo. An zwei dieser Tage wurde auch bei Eurowings die Arbeit niedergelegt.
Am Dienstag und Mittwoch hatten auch Flugbegleiterinnen und -begleiter der Lufthansa gestreikt, betroffen waren die Kernmarke Lufthansa und Cityline. Aufgerufen zur Arbeitsniederlegung hatte die UFO. Hier geht es im Tarifstreit vornehmlich um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.
Der Konzern macht keine Angaben zur Anzahl der gestrichenen Flüge oder zur Zahl der betroffenen Passagiere. Er gibt lediglich an, dass 70 Prozent der Flüge der gesamten Lufthansa-Gruppe stattfanden. Dazu gehören aber auch Fluggesellschaften wie Austrian oder Brussels Airlines, die nicht bestreikt werden.
Die Lufthansa hatte am Donnerstag unter Hinweis auf die derzeitigen Arbeitskämpfe und hohe Kerosinkosten das sofortige Aus für Cityline bekanntgegeben. Die Pilotengewerkschaft VC kritisierte das scharf, die Entscheidung sei "ohne Rücksicht auf die Mitarbeitenden" erfolgt.
Auch Ufo-Vorsitzender Vázquez Bürger reagierte mit Unverständnis. Der Schritt sei "erstens nicht notwendig gewesen und zweitens natürlich eine massive zusätzliche Provokation". Das verbessere die Situation im Tarifkonflikt nicht, sondern verhärte sie noch weiter.
A.Aguiar--PC