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US-Delegation am Montag zu Iran-Verhandlungen in Pakistan
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran werden US-Unterhändler am Montag zu weiteren Verhandlungen in Pakistan erwartet. Wie US-Präsident Donald Trump am Sonntag auf seiner Onlineplattform Truth Social weiter erklärte, biete er dem Iran einen "vernünftigen Deal" an. Falls Teheran dies aber ablehnen sollte, würden die USA "jedes Kraftwerk und jede Brücke im Iran" zerstören. Der Iran bestätigte seine Teilnahme zunächst nicht. Beide Länder warfen einander zudem Verstöße gegen die Waffenruhe vor.
Die Kraftwerke und Brücken im Iran würden "schnell und mühelos zerstört werden", schrieb Trump. Er hoffe, dass Teheran "den Deal akzeptiert". Sollte dies nicht der Fall sein, "wird es mir eine Ehre sein, das zu tun, was getan werden muss". "No More Mr. Nice Guy (auf Deutsch: Schluss mit dem netten Kerl)", hob er hervor. Zudem warf Trump Teheran vor, mit den Angriffen vom Samstag auf Tanker in der für den Welthandel immens wichtigen Straße von Hormus gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben.
Das iranische Außenministerium erklärte seinerseits am Sonntag, die US-Blockade iranischer Häfen sei ein Verstoß gegen die Waffenruhe und sei zudem "eine rechtswidrige und kriminelle" Handlung. Überdies komme das "gezielte Verhängen kollektiver Strafen gegen die iranische Bevölkerung einem Kriegsverbrechen und einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleich", erklärte Irans Außenamtssprecher Esmail Bakaei.
Die US-Delegation in Islamabad soll wie bei der ersten Verhandlungsrunde von US-Vizepräsident JD Vance angeführt werden, wie ein Vertreter des Weißen Hauses am Sonntag mitteilte. Auch US-Sondergesandter Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sollen demnach dabei sein. Trump hatte zuvor in einem Interview mit dem Sender ABC gesagt, Vance sei aus Sicherheitsgründen diesmal nicht dabei.
Ob die Verhandlungen über ein Friedensabkommen mit dem Iran direkt am Montag in Islamabad beginnen, blieb zunächst offen. Trump zufolge sollen die US-Unterhändler am Montagabend in Islamabad eintreffen. Irans Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf hatte am Samstagabend deutlich gemacht, dass beide Seiten "noch weit von einer endgültigen Einigung entfernt" seien.
In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad wurden derweil die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Die Behörden kündigten am Sonntag Straßensperrungen und Verkehrseinschränkungen in der ganzen Stadt sowie im angrenzenden Rawalpindi an.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen bewaffnetes Sicherheitspersonal und Kontrollpunkte nahe der beiden meistgesicherten Hotels Marriott und Serena. Die Einwohner wurden von der Stadtverwaltung zur Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden aufgefordert.
Die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe läuft am Mittwoch aus. Pakistan, Ägypten und die Türkei als vermittelnde Staaten bemühten sich zuletzt unter Hochdruck darum, eine dauerhafte Friedenslösung zu finden. Die Anstrengungen wurden allerdings durch die erneute iranische Blockade der für den Welthandels immens wichtigen Straße von Hormus erschwert.
Teheran drohte am Wochenende mit dem Beschuss aller Schiffe, die sich der Meerenge näherten. Mindestens ein Öltanker in der Region geriet bereits unter Beschuss. Trump warnte, die USA ließen sich nicht vom Iran "erpressen".
Teheran hatte am Samstag seine Öffnung der Meerenge nach nur einem Tag wieder rückgängig gemacht. Die iranische Armeeführung begründete dies mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen.
Durch die Straße von Hormus läuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen. Nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar hatte Teheran die Meerenge weitestgehend für die internationale Schifffahrt gesperrt.
Zu den Knackpunkten der Verhandlungen zählen neben der Öffnung der Straße von Hormus die iranischen Vorräte an angereichertem Uran. Das Material ist sowohl für die Kernenergie als auch für Atomwaffen unverzichtbar. Westliche Staaten werfen Teheran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben.
Islamabad hat bei der Vermittlung zwischen den Kriegsparteien bisher eine Schlüsselrolle gespielt. Zudem hatte Pakistan bereits die erste Gesprächsrunde zwischen Washington und Teheran für ein Friedensabkommen ausgerichtet. Es war das ranghöchste Treffen zwischen dem Iran und den USA seit der Islamischen Revolution 1979 - das iranische Team wurde vom Parlamentspräsidenten Ghalibaf angeführt, für die USA verhandelte Vance. Die erste Verhandlungsrunde war jedoch vor rund einer Woche ohne Ergebnis zu Ende gegangen
A.Santos--PC