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Israel stoppt neue Hilfsflotte für den Gazastreifen - Aktivisten kritisieren "Entführung"
Israel hat erneut Dutzende Schiffe einer Hilfsflotte für den Gazastreifen in internationalen Gewässern abgefangen. Die israelischen Streitkräfte hätten "einen böswilligen Plan" vereitelt, die gegen die "Hamas-Terroristen in Gaza" gerichtete Blockade zu durchbrechen, erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag. Die Organisation Global Sumud Flotilla warf Israel "Verstöße gegen das internationale Seerecht und die Entführung friedlicher Zivilisten" vor. Die rund 50 Schiffe waren am Donnerstag im Südwesten der Türkei in See gestochen.
Wie eine Website zur Verfolgung der Flotte zeigte, wurden die Boote in internationalen Gewässern westlich von Zypern an der Weiterfahrt gehindert. Ziel der Hilfsflotte war es eigenen Angaben zufolge, Hilfsgüter an der israelischen Blockade vorbei in den stark zerstörten Gazastreifen zu bringen.
Nach Angaben der Aktivisten enterten israelische Soldaten "das erste unserer Boote am helllichten Tag". Die Organisation verlangte sicheres Geleit und forderte Regierungen zum Handeln auf, um "diese illegalen Handlungen" zu stoppen, die darauf abzielten, "Israels genozidale Belagerung des Gazastreifens aufrechtzuerhalten".
Auch das türkische Außenministerium warf Israel einen "neuen Akt der Piraterie" vor. Von Seiten der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas wurde der Stopp der Hilfsflotte ebenfalls scharf kritisiert. Es handele sich um "Staatsterrorismus und die systematische Untergrabung der gesamten internationalen Ordnung", erklärte der hochrangige Hamas-Vertreter Bassem Naim.
Israel beschuldigte die Organisatoren der Hilfsflotte derweil, der islamistischen Hamas zu dienen. Der Versuch, die israelische Seeblockade zu durchbrechen, sei eine "Provokation", an der eine "terroristische Organisation" beteiligt sei. Im Gazastreifen gebe es genügend Hilfsgüter. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums wurden seit Oktober mehr als 1,5 Millionen Tonnen humanitäre Hilfe und "tonnenweise" medizinische Güter in das Palästinensergebiet gebracht.
Ende April hatten israelische Streitkräfte bereits eine Hilfsflotte in internationalen Gewässern vor Griechenland gestoppt. 175 pro-palästinensische Aktivisten gingen auf der griechischen Insel Kreta an Land. Zwei Aktivisten wurden nach Israel gebracht und dort zehn Tage festgehalten.
Auch Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht; die Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und anschließend ausgewiesen.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Nach zwei Kriegsjahren trat im Oktober 2025 eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft.
Israel und die Hamas werfen sich indes gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist Hilfsorganisationen zufolge weiterhin katastrophal.
V.Fontes--PC