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Trump-kritischer US-Satiriker Stephen Colbert verabschiedet sich mit letzter "Late Show"
Mit einer letzten "Late Show" voller Stars hat sich der von US-Präsident Donald Trump zum persönlichen Feind erkorene Satiriker Stephen Colbert von seinem Publikum verabschiedet. Zu der Abschiedssendung am Donnerstagabend (Ortszeit) begrüßte der 62-Jährige unter anderen Ex-Beatle Paul McCartney und die Schauspieler Ryan Reynolds, Paul Rudd und Bryan Cranston. Trump quittierte das Aus von Colberts beliebter Sendung mit erneuten Attacken auf dessen angeblich mangelndes Talent und den Worten "Gott sei Dank ist er endlich weg!"
Der Sender CBS hatte das Aus für die "Late Show" im vergangenen Sommer verkündet, nachdem Colbert eine millionenschwere außergerichtliche Einigung zwischen CBS und Trump wegen eines angeblich "böswillig" geschnittenen Interviews mit dessen demokratischer Konkurrentin Kamala Harris als "dicke fette Bestechung" bezeichnet hatte.
Der Sender bestreitet ein politisches Motiv für die Absetzung und betont, es handele sich um eine rein finanziell begründete Entscheidung. Allerdings war die seit 33 Jahren laufende Sendung mit Colbert als Moderator die erfolgreichste Late-Night-Show des Landes. Zudem hatte sich die CBS-Mutter Paramount zu dem Zeitpunkt gerade um die Zustimmung der US-Regierung zu einer 8,4 Milliarden Dollar schweren Fusion mit Skydance Media bemüht.
Auf seinen selbsterklärten Traum-Gast, Papst Leo XIV., musste Colbert in seiner Abschiedssendung zwar verzichten - wegen eines Streits um Hotdogs, wie er scherzte. Doch stattdessen sang McCartney im ausverkauften Ed-Sullivan-Theater, wo die Beatles 1964 bei ihrer ersten US-Tournee aufgetreten waren, den Beatles-Hit "Hello, Goodbye". Er und seine Bandkollegen hätten damals gedacht, "dass Amerika das Land der Freien und die größte Demokratie war. War. Hoffentlich immer noch ist", sagte McCartney mit einer Geste zu Colbert.
Colbert selbst erwähnte den Präsidenten in seiner letzten Ausgabe nicht direkt. Er sagte dem Publikum, Ziel der Sendung sei es über die Jahre gewesen, gemeinsam mit den Zuschauern die Nachrichtenlage zu verarbeiten. "Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe es auf jeden Fall gespürt."
Auch andere Late-Night-Moderatoren zeigten sich in einem gemeinsamen Abschieds-Sketch am Schluss der Sendung; aus Respekt vor Colbert zeigten sie zudem am Donnerstagabend jeweils nur Wiederholungen ihrer eigenen Shows.
Vor dem Theater in Manhattan hatten sich hunderte Fans versammelt, die jeden einzelnen Stargast mit Jubel begrüßten und versuchten, einen Blick durch den Bühneneingang zu werfen. "Es war toll. Nein, er hat nicht geweint - irgendwie hat er es geschafft, während der ganzen Show die Fassung zu bewahren", berichtete Koenraad Smits, der während der Aufzeichnung im Publikum saß.
Trump begrüßte das Ende der "Late Show" und verhöhnte Colbert ein weiteres Mal. "Kein Talent, keine Einschaltquoten, kein Leben", schrieb er am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social über den Moderator. "Er war wie ein Toter. Man hätte eine beliebige Person von der Straße nehmen können und sie wäre besser gewesen als dieser totale Trottel. Gott sei Dank ist er endlich weg!"
Es ist allerdings nicht ausgemacht, dass Colbert nicht weiterhin von sich hören lassen wird. Zu seinen Zukunftsplänen sagte der Moderator in seiner Abschiedssendung, viele fragten ihn, was er nun tun werde: "Die Antwort ist: Drogen." Bekannt ist bislang, dass er am Drehbuch eines künftigen "Herr der Ringe"-Films mitschreiben soll.
H.Portela--PC