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Ausgefeilte Jagdtechnik: Europas größte Fledermaus frisst Singvögel in der Luft
Europas größte Fledermaus jagt und frisst auch Singvögel in der Luft. Das anhand von Senderdaten entschlüsselte Jagdverhalten zeigt, dass Riesenabendsegler Vögel mehr als einen Kilometer über dem Boden fangen und verzehren, ohne zu landen, wie das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin am Donnerstagabend mitteilte.
Dass der Riesenabendsegler Insekten im Flug fängt und frisst, war bekannt. Bislang konnte aber noch nicht nachgewiesen werden, dass die Fledermaus das auch mit Vögeln tut. Ein internationales Forschungsteam stattete Riesenabendsegler in Spanien daher mit winzigen "Rucksäcken" mit Biologgern aus, die die Position, Beschleunigung, Höhe und akustische Signale der Fledermäuse und ihrer Umgebung aufzeichneten und damit ihre Jagdtechnik dokumentierten.
Tonaufnahmen der Stressrufe eines Singvogels, gefolgt von plötzlicher Stille und langen Kaugeräuschen belegten nun, dass Europas größte Fledermaus ihre Beute in der Luft frisst. Das war bisher umstritten, weil einige Vögel fast halb so schwer sind wie die Fledermaus selbst. "Das wäre so, als würde ich beim Joggen ein 35 Kilogramm schweres Tier fangen und essen", erklärte Laura Stidsholt, eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen.
Die Riesenabendsegler töten die Vögel demnach mit einem kräftigen Biss und beißen ihnen dann die Flügel ab, wahrscheinlich, um Gewicht und Luftwiderstand zu reduzieren. Dann wird der Vogel während des Fluges gefressen.
Jedes Jahr wandern Milliarden von Singvögeln zwischen ihren Brut- und Überwinterungsgebieten. Viele Arten fliegen in großer Höhe und während der Nacht, um tagaktiven Raubtieren auszuweichen. Dies macht die Reise jedoch nicht völlig risikofrei wegen der nachts jagenden Fledermäuse.
A.Santos--PC