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Vogelgrippe weiter auf dem Vormarsch - Mehr als 1,5 Millionen Tiere gekeult
Die Vogelgrippe breitet sich in Deutschland weiter aus. Brandenburg meldete am Samstag einen 13. Fall in einem Geflügelbetrieb, 15.000 Enten müssen dort nun getötet werden. Bundesweit sind wegen der aktuellen Ausbreitung der Seuche bereits mehr als 1,5 Millionen Tiere getötet worden. Schwerpunkt dabei ist Niedersachsen, wo es viele sehr große Geflügelbetriebe gibt.
Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) gibt es derzeit bundesweit mehr als 110 aktive Fälle, über die Hälfte davon in Niedersachsen. Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums mussten alleine dort in diesem Jahr bereits rund eine Million Tiere wegen der Tierseuche gekeult werden.
Den Angaben des FLI zufolge stieg die Zahl der aktiven Fälle auch in Nordrhein-Westfalen mittlerweile auf 13. Mehrere Ausbrüche gibt es außerdem in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. In Hessen sind derzeit zwei Ausbrüche aktiv, in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt jeweils einer.
Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte am Donnerstag 63 amtlich bestätigte Ausbrüche in diesem Jahr gemeldet. Die meisten Fälle entfallen demnach auf die vergangenen Wochen, seit dem 15. Oktober mussten demnach gut 950.000 Tiere getötet werden. Zudem gab es einen weiteren Verdachtsfall in der Grafschaft Bentheim, der über 400.000 Hühner bedroht und der sich inzwischen bestätigt hat.
Der Landkreis Grafschaft Bentheim erklärte am Freitag, dass die Geflügelpest in einem von zehn Ställen des Betriebes nachgewiesen wurde. Die Folgen würden noch geprüft, hieß es. "Eine Option ist, dass nur die Tiere des betroffenen Stalls und die der beiden benachbarten Ställe getötet werden. Das würde bedeuten, dass rund 240.000 Legehennen des Betriebes weiterleben könnten", erklärt Kreisveterinär Hermann Kramer.
Niedersachsen hat im Vergleich der Bundesländer bei Weitem den größten Bestand an Legehennen. Agrarministerin Miriam Staudte (Grüne) sieht in der hohen "Geflügeldichte" auch einen Teil des Problems: "Die Schwerpunkte der Ausbrüche liegen auch in diesem Ausbruchsgeschehen wieder in Stallhaltungen in geflügelintensiven Landkreisen", betonte sie.
Die hochansteckende Vogelgrippe - auch Geflügelpest genannt - wird vor allem durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln übertragen und breitet sich aktuell in Europa rasch aus. In Spanien, Großbritannien, Frankreich und einigen Bundesländern gilt deshalb derzeit Stallpflicht für Geflügelbetriebe.
Nogueira--PC