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Guttenberg fehlt bei Debatte um Gottschalk Maß und Milde
Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat angesichts des Bekanntwerdens der Krebserkrankung von Showmaster-Legende Thomas Gottschalk und des vorherigen Spotts über dessen jüngste Auftritte scharfe Gesellschaftskritik geäußert. Gottschalks Causa lege offen, wie sehr die Tugenden Maß und Milde unter Druck geraten seien, schrieb Guttenberg am Montag im Onlineportal Linkedin. Zuerst habe es Häme über die jüngsten Auftritte von Gottschalk gegeben, jetzt gebe es eine "Hashtag-Reue" nach der Krebsdiagnose.
Der wie Gottschalk aus Franken stammende Guttenberg schrieb in dem Beitrag, Gottschalk sei sein Freund. Gottschalks jüngste Geschichte mit dem viel diskutierten Auftritt bei der Bambi-Verleihung verrate viel über eine Republik, die vergessen habe, etwas auszuhalten, ohne sofort zu richten.
"Maß bedeutet, einen misslungenen Auftritt einzuordnen - als Patzer, nicht als Untergang", schrieb Guttenberg. "Milde bedeutet, die Möglichkeit mitzudenken, dass man nicht alle Umstände kennt: Krankheit und biographische Brüche, die gerade nicht ins Rampenlicht gehören."
Gottschalk machte am Sonntag in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung seine Krebserkrankung öffentlich, nachdem er zuletzt bei der Bambi-Verleihung und auch bei der Verleihung des Medienpreises Romy angeschlagen wirkte. Wie Gottschalk der "Bild" sagte, musste er wegen eines seltenen, bösartigen Tumors bereits zwei Mal operiert werden und nimmt seitdem starke Schmerzmittel.
F.Moura--PC