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Iranischer Regisseur Panahi fordert internationale Unterstützung für seine Landsleute
Der preisgekrönte iranische Filmemacher Jafar Panahi hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, das gewaltsame Vorgehen gegen seine demonstrierenden Landsleute nicht hinzunehmen. "Jedes Schweigen heute irgendwo in der Welt muss sich eines Tages den Fragen der Geschichte stellen", sagte der Regisseur am Dienstag dem Sender France Inter. Panahi hob hervor, dass die Menschen im Iran "wehrlos" seien - "und trotz alledem sind sie draußen auf der Straße".
Die Proteste im Iran hatten vor zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus.
Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe Iran Human Rights (IHR) wurden bei den Einsätzen der Sicherheitskräfte gegen die regierungskritischen Proteste bereits mindestens 648 Demonstranten getötet, darunter neun Minderjährige. Einigen Schätzungen zufolge gebe es sogar mehr als 6000 Todesopfer, teilte die Organisation mit. Aufgrund der anhaltenden Internetsperre im Iran sei es aber "äußerst schwierig, diese Berichte unabhängig zu überprüfen". Schätzungsweise 10.000 Menschen seien außerdem festgenommen worden.
Panahi sagte, wenn eine Regierung "Kriegswaffen" gegen die eigene Bevölkerung einsetze, wolle sie damit "ein Blutbad anrichten" und nicht nur die Demonstrierenden dazu bringen, nach Hause zu gehen. Daher bräuchten die Iranerinnen und Iraner nun "die internationale Gemeinschaft, um ihnen zu helfen und sie zu unterstützen", betonte der iranische Filmemacher, der vergangenes Jahr beim Festival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden war.
Nach der Protestwelle im Jahr 2022 wegen des gewaltsamen Todes der jungen Kurdin Mahsa Amini und der islamischen Bekleidungsvorschriften für Frauen sowie den Protesten gegen hohe Ölpreise einige Jahre zuvor sei im Iran nun ein "Höhepunkt" erreicht worden, sagte Panahi. "All diese Bewegungen und Erhebungen haben es zu diesem Punkt gebracht. Und ich denke, wir müssen dem ein Ende setzen", sagte der Regisseur offenbar mit Blick auf die seit 1979 herrschende autoritär-islamische Führung in Teheran.
P.Serra--PC