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Friedensnobelpreis: Machado übergibt Medaille an Trump
US-Präsident Donald Trump ist dem heiß begehrten Friedensnobelpreis ein Stückchen näher gekommen - allerdings rein symbolisch. Die venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado übergab Trump am Donnerstag in Washington in einem höchst ungewöhnlichen Schritt ihre Medaille. Das Nobel-Komitee hatte allerdings klargestellt, dass der Preis nicht übertragbar ist.
Sie habe dem US-Präsidenten die Medaille "präsentiert", sagte Machado vor Journalisten in Washington auf Englisch. Von spanischsprachigen Korrespondenten wurden ihre Äußerungen so verstanden, dass sie ihm die Auszeichnung aushändigte. Auf die Frage, ob Trump die Medaille behalten habe, antwortete Machado nicht.
Machado nannte ihre symbolische Geste eine Anerkennung für Trumps "einzigartiges Engagement für unsere Freiheit". Damit spielte sie auf die Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Januar an.
Der sonst so redefreudige US-Präsident äußerte sich vorerst nicht zu ihren Angaben. Er hatte Machado zu einem Mittagessen unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Weißen Haus empfangen.
Bereits Anfang Januar hatte Machado im US-Sender Fox News angekündigt, sie sei zur Weitergabe bereit. "Weil dies der Preis des venezolanischen Volkes ist, wollen wir ihn (Trump) natürlich überreichen und ihn mit ihm teilen", betonte sie. "Das wäre eine große Ehre", reagierte Trump, der den Preis in seinem Onlinedienst Truth Social prompt falsch schrieb - "Noble", wie das englische Wort für edel.
Das Nobelkomitee in Oslo stellte daraufhin klar, dass der Preis nach den seit rund 125 Jahren gültigen Regeln nicht weitergegeben werden kann: "Sobald ein Nobelpreis bekannt gegeben wurde, kann er weder widerrufen, geteilt noch an andere übertragen werden. Die Entscheidung ist endgültig und gilt für alle Zeiten", erklärte das Komitee.
Machado traf im US-Kongress zudem mit Senatoren der Republikaner und der Demokraten zusammen. Bei ihrem Presseauftritt vor dem Kapitol spielten sich chaotische Szenen ab. Viele Reporter drangen nicht zu der Nobelpreisträgerin durch, im Hintergrund skandierten Unterstützer Freiheitsparolen.
Machado verspricht sich von ihrem höchst ungewöhnlichen Schritt womöglich eine größere Rolle in ihrem Heimatland. Nach der Gefangennahme Maduros durch US-Elitesoldaten Anfang Januar hatte Trump gesagt, Machado habe nicht die nötige Unterstützung, um Venezuela zu führen: "Sie ist eine sehr nette Frau, aber sie flößt keinen Respekt ein", urteilte Trump über die 58-Jährige.
Machados rechtsliberale Partei Vente Venezuela hatte nach Angaben der Opposition die Präsidentschaftswahl 2024 gewonnen. Maduro rief sich allerdings zum Sieger aus, was die USA und zahlreiche weitere Staaten scharf kritisierten. Machado selbst durfte bei dem Urnengang nicht antreten.
Stattdessen setzen die USA nun auf Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, die bis zu Maduros Gefangennahme Stellvertreterin des Linksnationalisten war. Trump telefonierte vor der Begegnung mit Machado mit Rodríguez und nannte sie danach "fantastisch".
"Wir kommen sehr gut mit Venezuela klar", sagte Trump weiter. In Onlinediensten gab er bekannt, es sei bei dem Telefonat um Erdöl, Mineralien, Handel und nationale Sicherheit gegangen. "Wir machen enorme Fortschritte", erklärte der US-Präsident.
Wie es in dem Land weitergeht, in dem eine Mehrheit der Menschen in Armut lebt, ist indes unklar. Von Neuwahlen oder demokratischen Reformen ist bisher keine Rede. Der US-Präsident hat überdies deutlich gemacht, dass es ihm vor allem um das Ausbeuten der riesigen Ölvorräte Venezuelas geht.
Die US-Regierung besiegelte am Donnerstag erstmals seit Maduros Absetzung einen Verkauf venezolanischen Öls. Das Geschäft hat einen Wert von 500 Millionen Dollar, der Käufer blieb ungenannt.
Welchen Anspruch Trump auf das südamerikanische Land mit fast 30 Millionen Einwohnern erhebt, verdeutlicht ein gefälschter Wikipedia-Eintrag, den er zuletzt in Onlinemedien teilte. Darin wird er als "amtierender Präsident" Venezuelas bezeichnet.
G.Machado--PC