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Brasilien erlaubt gemeinsames Sorgerecht für Haustiere
Geschiedene Paare in Brasilien können aufatmen: Laut einem vom brasilianischen Kongress verabschiedeten Gesetz können sie fortan das gemeinsame Sorgerecht für ihre Haustiere bekommen. Sollten Paare nach der Trennung sich nicht über den Verbleib ihrer tierischen Lieblinge einigen können, werde "ein Richter das gemeinsame Sorgerecht und die gleichteilige Aufteilung der Kosten für den Unterhalt des Tieres bestimmen", heißt es in dem am Dienstag verabschiedeten Gesetz.
Damit das Gesetz angewandt werden kann, muss das Haustier den Großteil seines Lebens mit dem Paar verbracht haben. Ein gemeinsames Sorgerecht wird nicht erteilt, wenn es Vorstrafen oder Fälle von häuslicher Gewalt oder ein Risiko dafür gibt.
Dem Kongress zufolge gibt es zunehmend Gerichtsverfahren über das Sorgerecht für Haustiere, aber das Gesetz reflektiere auch "Änderungen in der brasilianischen Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten", wie es in einer das Gesetz begleitenden Erklärung heißt. Paare mit weniger Kindern hätten demnach eine engere Bindung zu ihren Haustieren, die "häufig als echte Familienmitglieder" angesehen würden.
Das Gesetz muss noch vom brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnet werden. Lula hatte sich unlängst zu den Kosten von Haustieren geäußert und scherzhaft von einer "Geiselnahme unserer Gehälter" gesprochen.
In dem 213 Millionen Einwohner zählenden Brasilien gibt es laut dem Instituto Pet Brasil etwa 160 Millionen Haustiere, darunter zumeist Hunde.
F.Moura--PC