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Strahlenalarm in Baden-Württemberg: Weitere Analyse schließt Polonium aus
Nach einem Polonium-Verdacht im baden-württembergischen Vaihingen an der Enz haben eingehendere Untersuchungen eine erste Entwarnung bestätigt. Die mit entsprechender Beschriftung im Garten eines Wohnhauses gefundene Dose enthalte keine Spuren des radioaktiven Polonium-Isotops 210, teilte das Landesumweltministerium in Stuttgart am Donnerstag mit. Demnach geht von dem Inhalt des kleinen Behälters keine Alphastrahlung aus, was Polonium kategorisch ausschließt.
Das Ergebnis der sogenannten Alpha-Spektrometrie-Untersuchung deckt sich demnach mit ersten Plausibilitätsprüfungen von Experten am Fundort, bei denen äußere Messungen an dem Plastikdöschen und in dessen Umgebung vorgenommen worden waren. Der Fund des Gegenstands hatte am Sonntag einen Großeinsatz von Feuerwehr und Strahlenschutzspezialisten ausgelöst.
Nach Behördenangaben entsteht beim radioaktiven Zerfall von Polonium-210 ausschließlich sogenannte Alphastrahlung. Dabei handelt es sich um eine von mehreren Arten ionisierender Strahlung, ihre Reichweite ist extrem kurz. Bereits wenige Zentimeter Luft oder ein Blatt Papier schirmen sie ab. Massive Gesundheitsgefahr besteht allerdings, wenn Alphastrahler wie Polonium über Atemluft oder Nahrung in den menschlichen Körper gelangen.
Laut Umweltministerium sollen weitere Untersuchungen noch klären, ob das Döschen eventuell früher Polonium-210 enthalten haben könnte. Das Isotop zerfällt demnach mit einer Halbwertszeit von nur rund 138 Tagen zu Blei-206. Über eine ausreichend lange Zeitspanne könnte etwaiges Polonium in dem Behältnis vollständig in Blei umgewandelt worden sein. Entsprechende Nachweisverfahren sollen bis voraussichtlich Ende nächster Woche dauern.
Laut Bundesamt für Strahlenschutz kommt Polonium-210 unter anderem als Mittel gegen statische Aufladung in hochempfindlichen Messgeräten zum Einsatz. Ein russischer Geheimdienst soll Polonium 2006 nach britischen Angaben auch zur Vergiftung eines früheren Spions in London eingesetzt haben.
P.Queiroz--PC