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Weiter keine Daten von Buckelwal - Minister Backhaus kritisiert Rettungsinitiative
Das Landesumweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern wartet weiter auf belastbare Informationen zu dem in einer aufsehenerregenden Aktion aus der Ostsee gebrachten Buckelwal. Die für den Tiertransport verantwortliche Privatinitiative habe entgegen ausdrücklicher Vereinbarungen bisher keine Daten zu Ortungen oder Gesundheitszustand bereitgestellt, teilte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch in Schwerin mit.
Der Minister kritisierte das Verhalten der von den Behörden geduldeten Initiative scharf: "Ich hätte mir hier deutlich mehr Transparenz gewünscht." Er wolle sich aber auch weiterhin nicht an "Spekulationen" über einen etwaigen Tod des Meeressäugers beteiligen, fügte er hinzu.
Angesichts wachsender Zweifel am Erfolg des umstrittenen Waltransports sieht sich die von zwei Unternehmern finanzierte Rettungsinitiative zunehmendem Druck ausgesetzt. Bereits am Dienstag erklärten Experten des Deutschen Meeresmuseums, sie gingen vom Tod des Meeressäugers aus. Demnach dürfte der in die Nordsee freigesetzte Wal wohl aufgrund extremer Entkräftung zu schwach für längeres Schwimmen gewesen sein.
Die Privatinitiative ließ den fast zwei Monate lang vor der deutschen Ostseeküste umherirrenden und dabei mehrfach gestrandeten Wal in der vergangenen Woche in einem wassergefüllten Lastkahn bis an die Nordspitze Dänemarks schleppen. Das beispiellose Manöver wurde von Walexperten aus dem In- und Ausland als nicht erfolgversprechend und tierquälend abgelehnt. Fachleute hatten das mutmaßlich kranke und schwer angeschlagene Tier bereits vor etwa einem Monat aufgegeben.
Der Wal hatte zuletzt fast vier Wochen weitgehend bewegungslos in einer Seitenbucht bei der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern gelegen, bevor er in die Nordsee gebracht wurde. Angesichts breiter öffentlicher Anteilnahme am Schicksal des Tiers und hochemotionalen Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern fortgesetzter Rettungsversuche in sozialen Medien wurde der Fall rasch zum Politikum.
Vertreter der Initiative bezeichneten die Walfreisetzung in der Nordsee als Erfolg , ließen zugleich jedoch Raum für Zweifel und Unklarheiten. Unter anderem blieben die genauen Umstände, unter denen das Tier ins Meer entlassen worden war, unklar. Mehrere Initiativenvertreter machten der Besatzung des Schleppschiffs anschließend schwere Vorwürfe.
Laut Initiative liefert ein angeblich an dem Buckelwal angebrachter Peilsender außerdem keine Positionsdaten. Zugleich war die Rede von Vitalwerten des Tiers, die übermittelt worden seien. Unter Experten sorgt diese Darstellung unter anderem deshalb für Skepsis, weil GPS-Peilsender üblicherweise keine Gesundheitsdaten wie Herzschlag oder Atmung messen können. Das Meeresmuseum etwa forderte die Initiative auf, nachprüfbare Informationen zu dem Sender und dem Datenfluss zu teilen.
Backhaus rief am Mittwoch dazu auf, Debatten um Tier- und Meeresschutz nicht auf den Buckelwal zu verengen. Die Strandungen des in der Ostsee nicht heimischen Tiers seien ein Ausnahmefall gewesen, die "eigentlichen Probleme" seien andere. So lebten in der zentralen Ostsee heutzutage nur noch einige hunderte kleinere Schweinswale. Bei ihrem Schutz "müssen wir ansetzen", erklärte der Minister. Notwendig seien etwa mehr Schutzräume.
P.Serra--PC