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Behörden: Toter Wal vor dänischer Küste ist "Timmy"
Zwei Tage nach dem Fund eines Walkadavers vor der dänischen Insel Anholt herrscht nun Gewissheit: Bei dem toten Tier handelt es sich um "Timmy". Dies teilte die dänische Umweltschutzbehörde EPA am Samstag mit. Der Buckelwal "Timmy" war wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und nach mehrfachen Strandungen von einer privaten Rettungsinitiative mit einem Lastkahn vor der Nordspitze Dänemarks freigesetzt worden. Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) bedauerte den Tod des Wals.
Die dänischen Experten hätten "zweifelsfrei festgestellt", dass es sich bei dem vor der Insel Anholt angespülten Buckelwal um "Timmy" handele, erklärte Backhaus. "Letzte Sicherheit hat heute der Fund eines Trackers an dem Wal gegeben", fügte er hinzu.
"Timmy" war erstmals am 3. März im Hafen von Wismar gesichtet worden und irrte danach weiter umher. Er strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen gab Backhaus Mitte April grünes Licht für den Rettungsversuch einer Privatinitiative. "Timmy" wurde mit einem Lastkahn in die Nordsee gebracht und am 2. Mai ins offene Meer bugsiert. Am Donnerstag wurde dann der Kadaver des Wals vor der Insel Anholt gesichtet.
Er habe die Hoffnung vieler Menschen geteilt, "dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen", erklärte Backhaus. Leider habe das Tier seine Chance nicht nutzen können. Der Minister verteidigte den Versuch der privaten Initiative zur Rettung von "Timmy". "Es ging immer darum abzuwägen, welche Option die schlechteste ist: Den sicheren Tod des Tieres unter Qualen abzuwarten oder ihm eine letzte Chance zu geben und ihn dabei möglichem Stress auszusetzen."
Experten hatten den Transport des mutmaßlich schwer kranken und stark geschwächten Tiers abgelehnt. Das Deutsche Meeresmuseum etwa erklärte nach der Freisetzung, es gehe vom Tod des Tiers aus. Demnach dürfte dem Meeressäuger die Kraft zu längerem Schwimmen gefehlt haben. Das Schicksal von "Timmy" und der Umgang mit dem Wal hatten über Wochen für Schlagzeilen und Debatten gesorgt.
Backhaus kündigte an, es werde nun mit den dänischen Behörden geklärt, was mit dem Walkadaver geschehen soll. Dazu seien auch Gespräche mit der privaten Rettungsinitiative geplant.
Nach Angaben der dänischen Umweltschutzbehörde gibt es derzeit "keine konkreten Pläne" für eine Bergung des Wals oder eine Autopsie. Die Behörde warnte davor, sich dem Tier zu nähern und rief dazu auf, einen "einen Sicherheitsabstand einzuhalten". Der tote Wal könne "Träger von auf den Menschen übertragbaren Krankheiten sein". Aufgrund der Gase, die bei der Zersetzung des Meeressäugers freigesetzt werden, besteht zudem "Explosionsgefahr".
A.F.Rosado--PC