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Giftige Stoffe in der Oder könnten noch am Abend Stettin erreichen
Die mutmaßlich für das massive Fischsterben verantwortlichen hochgiftigen Stoffe in der Oder könnten noch am Freitagabend die Odermündung bei Stettin erreichen. Abhängig von Wind- und Strömungsverhältnissen könnten die Schadstoffe den mecklenburg-vorpommerschen Teil des Oderhaffs, das Kleine Haff, im Laufe des Samstags erreichen, wie es in einer am Freitagabend veröffentlichten Erklärung des Ministeriums für Umwelt von Mecklenburg-Vorpommern hieß.
Das Ministerium rät darin, aufs Angeln und Fischen zu verzichten und kein Wasser aus dem Kleinen Haff zu entnehmen. Die zuständigen Behörden beobachten die Situation demnach aufmerksam, eine Untersuchung von Gewässer- und Fischproben werde vorbereitet.
Laut einem Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg stießen Mitarbeiter des Landeslabors Berlin-Brandenburg bei der Analyse von Wasserproben auf sehr hohe Konzentrationen des hochgiftigen Schwermetalls Quecksilber. Demnach war aber unklar, ob daneben weitere Chemikalien eine Rolle spielen könnten.
Die bislang noch unbekannte Quelle der Verschmutzung liegt offenbar in Polen, auch dort reagierten die Behörden inzwischen. Bereits am Donnerstag hatte das Brandenburger Umweltministerium von ersten Erkenntnissen zu einem "hoch toxischen Stoff" gesprochen, der offensichtlich mit dem Wasser der Oder in Richtung Ostsee ströme.
Auf deutscher Seite hatten die Behörden am Dienstag erste Hinweise auf ein ungewöhnliches Fischsterben erreicht, in der Folge gaben sie in rascher Folge Warnmeldungen an die Bevölkerung heraus und leiteten Gegenmaßnahmen ein. Die Menschen wurden unter anderem aufgerufen, Kontakt mit dem Wasser zu meiden und dieses nicht zu verwenden. Gewässer wie die sogenannte Alte Oder wurden abgetrennt, um verunreinigtes Wasser am Eindringen zu hindern.
Nach Berichten aus Polen gab es dort bereits gegen Ende Juli erste Hinweise auf eine Gewässerverschmutzung und tote Fische bei Olawa, etwa 25 Kilometer südwestlich von Breslau. Allerdings reagierten die Behörden dort ebenfalls erst in dieser Woche, als sich die Situation deutlich verschlimmerte und tonnenweise tote Fische auf polnischer Seite an der Oder entdeckt wurden.
In den vergangenen Tagen waren entlang des Grenzflusses auf deutscher Seite mehrere Tonnen toter Fische aus dem Fluss geholt worden. Fischer sammelten massenweise Kadaver entlang des Ufers ein.
L.Henrique--PC