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Nach versuchter Walfang-Sabotage: Island verweist 21 Aktivisten des Landes
Nach einem Sabotageversuch an einem Walfang-Schiff hat Island 21 Aktivisten des Landes verwiesen. Alle Crewmitglieder des beschlagnahmten Schiffs "Bandero" seien ausgewiesen und mit einem mindestens zweijährigen Wiedereinreiseverbot belegt worden, teilte ein Polizeisprecher der AFP am Mittwoch mit. Sie hatten zuvor erfolglos versucht, Walfänger auf offener See zu behindern.
Ziel sei es ursprünglich gewesen, das Walfang-Schiff "Hvalur 9" vor der isländischen Küste zu rammen, sagte einer der Aktivisten. Ihr Schiff "Bandero" sei aber zu langsam gewesen. Anschließend hätten die Tierschützer versucht, aus einem Gummiboot heraus die Schiffsschrauben mit einem Netz zu behindern. Auch dieser Versuch schlug fehl.
Die isländischen Behörden beschlagnahmten daraufhin das Schiff der Aktivisten. Die Polizei warf ihnen vor, internationales Seerecht verletzt und die maritime Sicherheit gefährdet zu haben. Die 21 Crewmitglieder standen seit der vergangenen Woche auf ihrem Schiff unter Hausarrest, dürfen es nach Polizeiangaben nun aber verlassen.
Die "Bandero" gehört der Organisation des US-kanadischen Walschützers Paul Watson, der selbst nicht an Bord war. Nach Angaben der Organisation befand sich das Schiff in internationalen Gewässern, als es von den isländischen Beamten geentert wurde. Sie bezeichnete den Hausarrest in einer Mitteilung als übertrieben und kritisierte, den Crewmitgliedern seien ihre Handys weggenommen worden.
Unter ihnen waren den Angaben zufolge fünf Aktivisten aus den USA, vier aus Brasilien, drei Franzosen, zwei Spanier und je ein Aktivist aus Deutschland, Belgien, Australien, Kanada, Großbritannien, der Schweiz sowie Trinidad und Tobago. Für Bürgerinnen und Bürger des Schengen-Raums gilt die Ausweisung aus Island nur für Island selbst. Die anderen Aktivisten dürfen in den gesamten Schengen-Raum nicht mehr einreisen.
Island ist neben Norwegen und Japan eines von weltweit drei Ländern, die kommerziellen Walfang erlauben. Erst im Juni hatten isländische Walfänger die Jagd nach zwei Jahren Pause wieder aufgenommen. Die Regierung in Reykjavik will im Oktober aber ein Gesetz einbringen, um den Walfang zu verbieten.
G.M.Castelo--PC