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Tod eines Zugbegleiters bei Ticketkontrolle: Gewerkschaften fordern Konsequenzen
Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters bei einer Fahrkartenkontrolle in Rheinland-Pfalz haben Gewerkschaften Konsequenzen gefordert. "Wir brauchen Doppelbesetzung, wir brauchen eine Bodycam, die auch Tonaufzeichnungen wiedergibt", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der DB Regio Schiene und Bus, Ralf Damde, am Donnerstag dem Radiosender WDR5. Nötig seien dabei neue Sicherheitskonzepte und eine stärkere Zusammenarbeit mit der Bundespolizei.
Damde kritisierte zudem die Betreiber der Bahnen. Bei den Ausschreibungen in der Vergangenheit habe "je billiger, desto besser" gegolten. Dadurch sei zugelassen worden, dass Züge nicht mehr von ausreichend Personal begleitet würden. Einer der "Hotspots bei den Übergriffen" sei Nordrhein-Westfalen, sagte Damde.
Auch Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, forderte eine Doppelbesetzung im Zug. "Dann wäre das vielleicht verhinderbar gewesen", sagte er am Donnerstag im Radiosender Bayern2. "Wir weisen seit Jahren darauf hin", fügte er hinzu. 82 Prozent der Bahn-Mitarbeiter hätten einen verbalen oder körperlichen Angriff erlebt. "Das sind schockierende Zahlen."
Die Ausstattung könne verbessert werden. Dazu zählten beispielsweise Bodycams mit Ton oder ein Notrufknopf an der Armbanduhr. "Das ist alles immer mit Kosten verbunden. Aber Sicherheit ist nicht verhandelbar", sagte Burkert. Um auf aggressive Kunden zu reagieren, werde das Bahnpersonal mittlerweile geschult. "Aber für uns ist halt wichtig, dass kein Zugbegleiter oder Begleiterin alleine im Zug ist."
Ein 36 Jahre alte Zugbegleiter war in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz am Montagabend von einem Schwarzfahrer lebensbedrohlich verletzt worden. Er hatte den Reisenden zuvor kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen. Der Bahn-Mitarbeiter starb schließlich an seinen Verletzungen. Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus.
T.Batista--PC