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"Spiegel": Europäische Staaten finden Nachweis für Vergiftung Nawalnys
Mehrere europäische Staaten haben laut einem Bericht des "Spiegel" einen Beweis dafür gefunden, dass der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny in der Haft vergiftet wurde. Demnach wurde in Gewebeproben von Nawalnys Leiche das Gift Epibatidin nachgewiesen, wie das Magazin am Samstag meldete. Im Laufe des Tages solle es dazu auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) eine gemeinsame Erklärung geben.
Bei den Staaten handele es sich um Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und die Niederlande. Nawalny war vor zwei Jahren in einem russischen Straflager gestorben. Damit komme nur ein Giftanschlag durch russische Behörden infrage, hieß es in dem Bericht. Epibatidin ist ein hochtoxischer Stoff, der in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vorkommt.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Julia Nawalnaja, die Witwe Nawalnys, Vergiftungs-Vorwürfe gegen Russland erhoben und sich dabei auf "ausländische Laborbefunde" berufen. Welches Gift damals gefunden worden sein soll, sagte sie nicht, forderte aber eine Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse.
Die fünf Staaten, die Nawalnys Vergiftung laut "Spiegel" öffentlich anprangern wollen, wollen sich demnach mit ihren Ergebnissen zudem an die Chemiewaffen-Verbotsorganisation OPCW wenden. Russland habe seine Chemiewaffen entgegen entsprechender Abkommen nicht vernichtet, hieß es.
Bereits 2020 hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok einen Giftanschlag auf Nawalny verübt. Der Kremlkritiker wurde damals durch Ärzte der Berliner Charité gerettet. Er kehrte aber später nach Russland zurück, wo er umgehend inhaftiert wurde. Er starb im Februar 2024 in einem Straflager in Charp.
Anfang des Monats verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Russland wegen "rechtswidriger Inhaftierung" und "unmenschlicher Behandlung" Nawalnys.
O.Gaspar--PC