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Zwei Franzosen nach jahrelanger Haft im Iran wieder zuhause
Ein mehr als drei Jahre im Iran inhaftiertes Paar aus Frankreich ist wieder frei und am Mittwoch in die Heimat zurückgekehrt. Cécile Kohler und Jacques Paris wurden am Morgen am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle von Mitarbeitern des Krisenstabs des französischen Außenministeriums in Empfang genommen und trafen anschließend ihre Familien. Präsident Emmanuel Macron empfing sie später im Garten des Elysée-Palastes.
"Es ist ein unglaubliches Glück, unsere Familien wieder zu umarmen", sagte Cécile Kohler, die übermüdet und erleichtert wirkte. Jacques Paris berichtete von den "unmenschlichen" Haftbedingungen im Evin-Gefängnis bei Teheran. "Wir waren Staatsgeiseln", sagte er. Sie hätten ihre Verteidiger nicht wählen dürfen und nur selten Kontakt zu ihren Familien gehabt.
"Wir wurden ständig bedroht. Wir durften weder lesen noch schreiben. Sobald wir unsere Zellen verlassen hatten, wurden uns die Augen verbunden", sagte er über die dreieinhalb Jahre dauernde Haft. "Sie wollten uns kaputtmachen", sagte Paris. Dies sei aber nicht gelungen. "Wir haben uns nicht brechen lassen. Wir werden Zeugnis ablegen, und wir werden jetzt das Leben genießen", fügte er hinzu.
Macron hatte sich beim Sultanat Oman für dessen Vermittlung bei der Freilassung der beiden Franzosen bedankt. Sie waren gemeinsam mit dem französischen Botschafter im Iran auf dem Landweg nach Aserbaidschan ausgereist.
Das Paar war im Mai 2022 am letzten Tag einer Iran-Reise wegen Spionagevorwürfen festgenommen und später zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Im vergangenen November wurden die 41 Jahre alte Französischlehrerin und der 72 Jahre alte pensionierte Mathelehrer aus dem Evin-Gefängnis entlassen. Sie durften jedoch zunächst nicht den Iran verlassen und hielten sich seitdem in der Residenz des französischen Botschafters auf.
Beide hatten stets ihre Unschuld beteuert. Die französische Regierung hatte die beiden als "Staatsgeiseln" bezeichnet und dem Iran vorgeworfen, sie für Verhandlungen zu nutzen. Kohler und Paris waren die letzten Franzosen, die noch im Iran in Haft waren. Im Oktober 2025 war der 19-jährige Deutsch-Franzose Lennart Monterlos nach monatelanger iranischer Haft freigekommen. Er war per Fahrrad auf Weltreise gewesen und im Iran ebenfalls wegen Spionagevorwürfen festgenommen worden.
Kohler stammt aus dem elsässischen Ort Soultz und unterrichtete zuletzt an einem Gymnasium in der Nähe von Paris. Es war ihre erste Iran-Reise gewesen. Ihr Partner hatte das Land zuvor bereits besucht. Das Paar gilt als literaturbegeistert und reisefreudig. Beide waren zudem in einer Lehrergewerkschaft engagiert. Die iranischen Behörden warfen ihnen unter anderem vor, iranische Gewerkschafter getroffen zu haben.
Ihre Familien hatten während der etwa dreieinhalb Jahre dauernden Haftzeit nur sehr wenig Informationen, wie es den beiden erging. Im ersten halben Jahr wussten die Angehörigen nicht einmal, wo die beiden inhaftiert waren.
Der Tag ihrer Freilassung fiel mit dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zusammen, der dem Iran mit der Auslöschung seiner Zivilisation gedroht hatte. Rund eine Stunde vor Ablauf des US-Ultimatums stimmten beide Seiten einer zweiwöchigen Feuerpause zu.
B.Godinho--PC