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Nordrhein-Westfalen feiert 80 Jahre mit Bürgerfest in Münster
Nordrhein-Westfalen begeht sein 80-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Bürgerfest in Münster. Behörden, Kultur, Wissenschaft und Unternehmen präsentieren sich unter dem Motto Demokratie und Vielfalt.
Nordrhein-Westfalen feiert seinen 80. Landesgeburtstag mit einem großen Bürgerfest in Münster. In der Innenstadt stellen sich beim NRW-Tag Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehr, Tourismus, Kultur, Wissenschaft, Bundeswehr, Kirchen und Unternehmen vor. Auch Justiz und Landesverwaltung zeigen ihre Arbeit. Das Programm steht unter dem Motto Demokratie und Vielfalt.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur von den Grünen eröffnete den Tag am Samstagmorgen am Aasee gemeinsam mit Landtagspräsident André Kuper und Münsters Oberbürgermeister Tilmann Fuchs. Auf zehn Bühnen waren zahlreiche Mitglieder der Landesregierung vertreten, darunter Ministerpräsident Hendrik Wüst von der CDU.
Neubaur rief die Besucher dazu auf, Meinungs- und Pressefreiheit, die Freiheit von Kunst und Kultur sowie den Schutz vor Diskriminierung und Rassismus zu verteidigen. Vielfalt sei eine Grundlage der Demokratie und des wirtschaftlichen Erfolgs. Die unterschiedlichen Regionen Nordrhein-Westfalens sollten ihre Eigenarten bewahren und zugleich in entscheidenden Momenten zusammenstehen.
Mit Blick auf die Gründung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg erinnerte Neubaur an die Rolle der britischen Besatzungsmacht. Sie wandte sich gegen Rechtsextreme, die mit Angst und falschen Behauptungen gesellschaftliche Verunsicherung nutzten, sowie gegen Islamisten, die die Gesellschaft spalten wollten.
Landtagspräsident Kuper stellte Zusammenhalt und Zuversicht in den Mittelpunkt. 80 Jahre Demokratie zeigten, dass das Land Lösungen finde, Unterschiede akzeptiere und in Krisen füreinander einstehe. Dies gelte gleichermaßen für Städte und ländliche Regionen.
Die dreitägigen Feierlichkeiten hatten am Freitagabend mit dem Stadtfest Münster mittendrin begonnen. Unter den Künstlern auf der Bühne vor dem Dom war der Rapper Zartmann. Eine belastbare Besucherzahl konnte die Stadt im Vorfeld nicht nennen; Beobachter erwarteten über alle drei Tage mehrere hunderttausend Gäste.
Als Gründungstag Nordrhein-Westfalens gilt der 23. August 1946. Der erste NRW-Tag wurde 2006 zum 60. Geburtstag des Landes veranstaltet und findet seit 2012 grundsätzlich alle zwei Jahre statt. 2024 richtete Köln das Fest aus; nach Veranstalterangaben kamen damals 110.000 Besucher ans Rheinufer. 2020 und 2022 war die Großveranstaltung wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.
Für das Fest wurden weite Bereiche rund um Dom, Prinzipalmarkt, Aasee und Schlossplatz für den Verkehr gesperrt. Am Samstagabend sollte die Philharmonie Südwestfalen beim Sommerkonzert der Landesregierung vor dem Sitz der Universitätsverwaltung auf dem Schlossplatz spielen. Der WDR plante eine Fernsehübertragung ab 20.15 Uhr.
Das Programm verteilte sich über zentrale Orte der Innenstadt. Aasee, Dom, Prinzipalmarkt und Schlossplatz bildeten die wichtigsten Veranstaltungsbereiche. Die Sperrungen sollten den großen Besucherandrang und die zahlreichen Präsentationsflächen absichern.
Neben Bühnenauftritten konnten Besucher die Arbeit öffentlicher Einrichtungen kennenlernen. Damit verband das Jubiläum Unterhaltung mit Informationen über staatliche und gesellschaftliche Institutionen. Der Auftritt von Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften und Justiz sollte die praktische Seite des Mottos sichtbar machen.
Der Landesgeburtstag am 23. August geht auf die Zusammenlegung der Provinzen Rheinland und Westfalen durch die britische Militärregierung zurück. Das Jubiläumsfest fand wenige Tage nach dem eigentlichen Datum statt und setzte die seit 2006 bestehende Tradition der NRW-Tage fort.
P.Cavaco--PC