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Papst ruft vor mehr als 120.000 Gläubigen in Kamerun zum Frieden auf
Als Höhepunkt seiner Kamerun-Reise hat Papst Leo XIV. nach Angaben des Vatikans vor mehr als 120.000 Menschen eine Messe gefeiert. Mit "Viva il Papa"-Rufen empfing eine jubelnde Menschenmenge am Freitagmittag das Oberhaupt der Katholiken in der Hafenmetropole Douala, als dieser in seinem Papamobil in einem großen Stadion einfuhr. In seiner auf französisch gehaltenen Predigt rief das Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholiken weltweit dazu auf, "jede Form von Missbrauch und Gewalt abzulehnen".
Zehntausende Gläubige hatten zum Teil mehrere Stunden bei Temperaturen von bis zu 32 Grad vor dem Stadion in Douala gewartet, um einen Blick auf den Pontifex zu erhaschen. Viele schwenkten Fahnen, machten Musik und sangen oder trugen Kleidung mit dem Konterfei des Papstes.
Nach Angaben des Vatikans nahmen rund 120.000 Gläubige an der Messe in Douala teil. Die kamerunische Regierung hatte zuvor von einer Million Menschen gesprochen.
Die 72-jährige Marguerite Tedga hatte bereits die Nacht mit Freundinnen vor Ort verbracht. "Das ist die Vollendung eines christlichen Lebens. Als ich klein war, dachte ich, man könnte den Papst gar nicht mit eigenen Augen sehen", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.
Mehr als ein Drittel der rund 30 Millionen Einwohner im zentralafrikanischen Kamerun sind katholisch. Die Kirche spielt eine wichtige vermittelnde Rolle und unterhält zudem ein großes Netzwerk aus Krankenhäusern, Schulen und anderen Wohltätigkeitseinrichtungen.
Zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs in Kamerun hatte Papst Leo XIV. am Mittwoch bei einem Treffen mit dem Langzeit-Präsidenten Paul Biya die Achtung der Menschenrechte gefordert. Der 93-jährige Biya regiert das überwiegend französischsprachige Land seit 1982 mit harter Hand.
Biyas Regierung wird vorgeworfen, Proteste nach der Wiederwahl des Präsidenten im vergangenen Oktober niedergeschlagen zu haben, auch in der Hafenstadt Douala. Augenzeugen berichteten dabei von Schüssen mit scharfer Munition in die Menschenmenge. Die Behörden gaben später Dutzende Tote bekannt, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Auch Korruption ist in Kamerun ein weitverbreitetes Problem.
H.Portela--PC