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Leipzigs Oberbürgermeister Jung: "Können Innenstädte nicht zu Festungen umbauen"
Nach der Amokfahrt mit zwei Toten in Leipzig sieht Oberbürgermeister und Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) begrenzte Möglichkeiten für die Verschärfung von Sicherheitsvorkehrungen gegen solche Taten. Die Städte in Deutschland täten "ihr Bestes, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen", betonte Jung in einer am Dienstag vom Deutschen Städtetag verbreiteten Erklärung. "Klar ist aber auch: Wir können die Innenstädte nicht zu Festungen umbauen."
Städte müssten "Orte des Miteinanders und der Begegnung bleiben", erklärte Jung. Bei den Sicherheitsvorkehrungen arbeiteten die Kommunen vor Ort eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen, "um zu entscheiden, wo Barrieren und Poller sinnvoll sind für einen besseren Schutz". Zur Sicherheit in Städten gehöre aber auch, dass Wege für Rettungs- und Einsatzkräfte freigehalten werden müssten.
Ein 33-jährige deutscher Staatsbürger war am Montagnachmittag in der Innenstadt von Leipzig mit einem Auto durch eine belebte Fußgängerzone gerast. Er erfasste mehrere Menschen, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben. Die genaue Zahl der Verletzten stand zunächst weiterhin nicht fest. Der Mann sollte am Dienstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Der Eingang zu der Einkaufsstraße, in die der Tatverdächtige mit seinem Wagen eingebogen war, ist nicht durch Poller oder ähnliche Barrieren geschützt. An anderen Stellen der Fußgängerzone gibt es hingegen absenkbare Poller.
Nach Angaben des Sprechers der Stadt Leipzig, Matthias Hasberg, soll das Sicherheitskonzept für die Innenstadt noch einmal geprüft werden. Zunächst müsse aber die genaue Analyse der Polizei zum Tathergang vorliegen. "Aber die Innenstadt wird keine Festung werden", betonte auch der Sprecher.
L.Carrico--PC