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Urteil zu Brückeneinsturz in Genua: Zwölf Jahre Haft für Ex-Chef von Autobahnbetreiber
Acht Jahre nach dem tödlichen Einsturz der Morandi-Autobahnbrücke im norditalienischen Genua ist der damalige Chef des Autobahnbetreibers zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht in Genua sprach Giovanni Castellucci, zum Zeitpunkt des Unglücks Generaldirektor des Betreiberunternehmens Autostrade per l'Italia (Aspi), am Donnerstag unter anderem wegen fahrlässiger Tötung schuldig. Bei dem Unglück am 14. August 2018 waren 43 Menschen ums Leben gekommen.
Damals hatte ein Pfeiler der Morandi-Brücke nachgegeben, sodass die Fahrbahn des vielbefahrenen, riesigen Bauwerks auf einer Strecke von etwa 200 Metern wegbrach. Dutzende Fahrzeuge stürzten in die Tiefe. Nach Angaben des Ermittlungsrichters waren seit der Einweihung der Brücke 1967 "nicht einmal minimale Instandhaltungsmaßnahmen ergriffen" worden, um die Tragseile des 2018 eingestürzten Pfeilers zu verstärken.
Die Staatsanwaltschaft hatte für die 57 Angeklagten in dem Mammut-Prozess insgesamt mehr als 400 Jahre Gefängnis gefordert wegen fahrlässiger Tötung, Gefährdung der Verkehrssicherheit und Urkundenfälschung. Bei den Angeklagten handelt es sich überwiegend um Führungskräfte von Aspi und dessen Tochterunternehmen Spea sowie um Angestellte des italienischen Infrastrukturministeriums.
Castellucci sitzt bereits im Gefängnis. Er wurde wegen eines Verkehrsunglücks verurteilt, bei dem 2013 ein Bus ein Brückengeländer in Süditalien durchbrochen hatte und in die Tiefe gestürzt war. Damals starben 40 Menschen.
Der Einsturz der Morandi-Brücke warf auch ein Schlaglicht auf den maroden Zustand von Italiens Verkehrsinfrastruktur und die fragwürdige Rolle von Aspi. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Instandhaltung des Bauwerks zur Kostenersparnis vernachlässigt zu haben.
V.Fontes--PC