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Digitalverband: Mehr als die Hälfte der Deutschen spielt Video- und Computerspiele
Mehr als die Hälfte der Deutschen über 16 Jahren spielt Video- oder Computerspiele. Das entspricht insgesamt rund 39 Millionen Menschen, wie der Digitalverband Bitkom am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Anteil der Deutschen die Videospiele spielen, lag demnach bei 55 Prozent - und damit in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Besonders hoch ist er der Umfrage des Verbands zufolge mit 89 Prozent unter den 16- bis 29-Jährigen.
Durchschnittlich zwei Stunden pro Tag verbringen die Menschen in Deutschland demnach an Konsolen und Handys. 47 Prozent von ihnen gaben bei der Befragung laut Bitkom an, sich ein Leben ohne Computer- oder Videospiele nicht mehr vorstellen zu können. 40 Prozent sahen im Gaming sogar einen Weg, aus der Realität zu fliehen. Ebenso viele bauten sich in Spielen demnach eine eigene Wunschwelt. 21 Prozent waren der Auffassung, nur in Spielen ihr wahres Ich zeigen zu können.
Laut Umfrage ist regelmäßiges oder zumindest gelegentliches Gaming auch in höheren Altersgruppen verbreitet, so spielen etwa 70 Prozent der Menschen zwischen 30 und 49 Jahren sowie 47 Prozent jener zwischen 50 und 64 Jahren. Im Alter ab 65 Jahren gelten 24 Prozent als Gamer. Computerspiele seien bereits seit einiger Zeit "in der Breite der Gesellschaft angekommen", erklärte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder.
Mehr als die Hälfte aller Spieler beobachtet der Umfrage zufolge seit einigen Jahren mehr Diversität auf dem Gaming-Markt. Dennoch seien klassische Rollenbilder weiter stark vertreten, hieß es. 46 Prozent der Befragten wünschten sich vielfältigere Charaktere und Geschichten etwa in Bezug auf Geschlechter, Herkunft und sexuelle Orientierung. Nachholbedarf bestehe etwa bei weiblichen Hauptcharakteren in Games.
In Sachen Künstlicher Intelligenz sind die Erwartungen an die Zukunft der Befragung nach hoch. 61 Prozent der Spieler rechneten mit einer KI-Revolution im Gaming. Dabei setzen sie etwa auf mehr Realismus, Individualisierung und Entwicklungsmöglichkeiten. "Was sich verändert, sind die Spielwelten. Sie werden vielfältiger, KI eröffnet neue Möglichkeiten und auch die Art, wie Menschen spielen, wandelt sich", erklärte Rohleder.
Laut Bitkom-Umfrage lässt der Kinder- und Jugendschutz beim Gaming aus Sicht der Spieler noch zu Wünschen übrig. 81 Prozent waren der Meinung, dass Spiele keinen sicheren Raum für Kinder und Jugendliche bieten. 15 Prozent waren selbst schon Opfer von Beleidigungen beim Gaming. Befragt wurden 1205 Umfrageteilnehmer, darunter 663 Gamer.
P.Serra--PC