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Israel setzt Angriffe auf Gazastreifen fort - Hisbollah feuert Raketen auf Israel
Israel hat seine Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt und dabei unter anderem Ziele in Rafah an der Grenze zu Ägypten beschossen. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von israelischen Angriffen am frühen Samstagmorgen in der Stadt Rafah, in der hunderttausende Menschen Zuflucht vor den Kämpfen zwischen Israel und der islamistischen Hamas gesucht haben. Unterdessen feuerte die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon mehr als 60 Raketen auf einen israelischen Militärstützpunkt ab.
Knapp drei Monate nach Beginn des Kriegs zwischen Israel und der islamischen Hamas nennt die UNO den Gazastreifen großteils "unbewohnbar". Israels Armeesprecher Daniel Hagari sagte am späten Freitagabend, die Truppen würden weiterhin "in allen Teilen des Gazastreifens kämpfen, im Norden, Zentrum und Süden".
Die Hisbollah-Miliz erklärte unterdessen, mit ihrer "ersten Reaktion" auf die Tötung von Hamas-Vizechef Saleh al-Aruri bei einem Angriff in einem Vorort von Beirut begonnen zu haben. Die mit der Hamas verbündete Hisbollah teilte mit, den israelischen Luftstützpunkt Meron mit 62 Raketen beschossen zu haben. Die israelische Armee hingegen vermeldete am Samstagmorgen etwa 40 Raketenabschüsse aus dem Libanon.
Später verkündete die Hisbollah weitere Angriffe auf israelische Soldaten und Stellungen - die israelische Armee erklärte ihrerseits, dafür Vergeltung geübt zu haben. Sie teilte mit, "eine Reihe von Terrorzielen der Hisbollah" getroffen zu haben.
Seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der Hamas Anfang Oktober greift auch die Hisbollah nahezu täglich vom Südlibanon aus Israel an. Die israelische Armee reagiert darauf mit verstärkten Luftangriffen im Libanon.
Nach Angaben von Armeesprecher Hagari wurden die israelischen Streitkräfte nahe der Grenze zum Libanon nach den jüngsten Raketenbeschüssen "in sehr hohe Bereitschaft" versetzt. Israel hat nicht die Verantwortung für die Tötung al-Aruris übernommen. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte der AFP jedoch, Israel habe den Angriff ausgeführt.
Im Gazakrieg vermeldete das palästinensische Rote Kreuz am Freitag Beschuss und Drohnenangriffe in der Gegend des al-Amal-Krankenhauses in Chan Junis im südlichen Gazastreifen. Sieben Menschen, die auf dem Gelände Zuflucht gesucht hätten, seien getötet worden, darunter ein fünf Tage altes Baby.
Das israelische Militär erklärte seinerseits, dass seine Truppen am Boden und in der Luft innerhalb von 24 Stunden in Chan Junis "zahlreiche Terroristen getötet" und "eine Reihe von Tunnelschächten zerstört" hätten. Zudem hätten Soldaten während einer "gezielten Razzia" in der Stadt Gaza in einem Krankenhaus versteckte Militärwesten gefunden.
UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths sagte, ein Großteil des Gazastreifens liege inzwischen in Trümmern und sei "unbewohnbar geworden". Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnte, Kämpfe, Unterernährung und mangelnde gesundheitliche Versorgung hätten einen "tödlichen Kreislauf" geschaffen, der im Gazastreifen "mehr als 1,1 Millionen Kinder bedroht".
Westliche Diplomaten setzten unterdessen ihre Bemühungen zur Entschärfung des Konflikts fort. US-Außenminister Antony Blinken traf am Samstag in Istanbul vor Beginn einer neuen Nahost-Rundreise den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Blinken wird auch mehrere arabische Staaten besuchen, bevor er nach Israel und ins besetzte Westjordanland weiterreist.
Der in Katar lebende Hamas-Chef Ismail Hanijeh forderte Blinken in einer Videobotschaft auf, sich darauf zu konzentrieren, die "Aggression zu beenden". Die Unterstützung der USA für Israel habe "beispiellose Massaker und Kriegsverbrechen gegen unser Volk in Gaza" ermöglicht.
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) wird nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts am Sonntag in den Nahen Osten fliegen. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell befand sich am Samstag zu Treffen mit Vertretern der libanesischen Regierung in der Hauptstadt Beirut.
Nach dem beispiellosen Großangriff der Hamas am 7. Oktober hatte Israel der islamistischen Palästinenserorganisation den Krieg erklärt. Hunderte Hamas-Kämpfer hatten Israel überfallen und nach israelischen Angaben rund 1140 Menschen getötet und rund 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Als Reaktion greift Israel seither in einer massiven Militärkampagne Ziele im Gazastreifen an. Nach jüngsten Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dort seither mehr als 22.700 Menschen getötet.
G.Teles--PC