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Trump schlägt in Rede versöhnliche Töne an - aber auch Attacken gegen Biden
US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat in seiner Parteitagsrede teils ungewöhnlich versöhnliche Töne angeschlagen - aber auch seine üblichen vehementen Angriffe auf Präsident Joe Biden fortgesetzt. "Die Zwietracht und die Spaltung in unser Gesellschaft müssen geheilt werden, wir müssen sie schnell heilen", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) gleich zu Beginn seiner Rede bei der Versammlung der Republikaner in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin.
Es war Trumps erste Rede, nachdem er nur fünf Tage zuvor knapp einem Mordanschlag während einer Wahlkampfkundgebung entgangen war. In der Ansprache nahm er formell seine Nominierung als Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl am 5. November an.
Er wolle "Präsident für ganz Amerika, nicht für halb Amerika sein", verkündete der 78-jährige Ex-Präsident zu Beginn seiner etwas mehr als 90-minütigen Ansprache. Dies entsprach seiner Ankündigung kurz nach dem Attentat, dass er mit seiner Rede das politisch extrem polarisierte Land zusammenführen wolle.
Trump sagte einen "unglaublichen Sieg" bei der Wahl voraus und versprach: "Wir werden die vier großartigsten Jahre in der Geschichte unseres Landes beginnen." Detailreich schilderte er zum Auftakt seiner Rede das auf ihn verübte Attentat. "Ich sollte heute nicht hier sein", sagte Trump, woraufhin ihm aus der Halle die Rufe entgegenhallten: "Doch, Du bist es!".
Dass er das Attentat überlebte, führte Trump auf göttlichen Schutz zurück - eine religiöse Deutung, die beim Parteitag eine große Rolle spielte. "Blut floss da überall, und doch habe ich mich auf gewisse Weise sicher gefühlt, da ich Gott auf meiner Seite hatte", sagte der Ex-Präsident. "Nur durch die Gnade des Allmächtigen Gottes stehe ich vor Euch in dieser Arena."
Während des Auftritts trug Trump erneut ein großes weißes Pflaster auf dem rechten Ohr, das von der Kugel des Attentäters getroffen worden war. Es ist für die Republikaner zu einem Symbol seines Durchhaltewillens geworden.
Trump sagte, er werde nach der Rede nie wieder über die Momente des Attentats sprechen, denn dies sei "zu schmerzhaft, um es zu erzählen". Bei dem Attentat war neben dem mutmaßlichen 20-jährigen Schützen auch der Feuerwehrmann Corey Comperatore getötet worden. Trump legte eine Schweigeminute für ihn ein. Vor einer stillen Menge küsste er den Helm des Getöteten auf der Bühne.
Im weiterem Verlauf seiner Ansprache streifte Trump eine Vielzahl von Themen - dabei gab er seinen eingangs versöhnlichen Ton auf und kehrte zu seiner üblichen harten Rhetorik gegen Biden und dessen Demokraten zurück.
Über Biden sagte Trump: "Der Schaden, den er in diesem Land angerichtet hat, ist unvorstellbar". Werde die Bilanz der "zehn schlimmsten Präsidenten" der US-Geschichte zusammen betrachtet, sei der von ihnen angerichtete "Schaden" nicht so groß wie der von Biden verursachte.
In der Rede wich Trump oft vom Redetext ab. Seine Berater hatten angekündigt, er werde Biden namentlich nicht nennen. Nachdem er dies dann doch ein Mal getan hatte, sagte Trump: "Ich werde den Namen nicht mehr benutzen."
Trump wiederholte auch seine vielfach widerlegte Behauptung, dass ihm bei der Wahl 2020 der Sieg durch Betrügereien gestohlen worden sei. Den Amtsinhaber Biden machte der Rechtspopulist für zu hohe Inflation, unkontrollierte Zuwanderung und internationale Konflikte verantwortlich - darunter auch den Krieg in der Ukraine.
"Ich werde jede einzelne internationale Krise beenden, die die derzeitige Regierung verursacht hat, einschließlich des furchtbaren Krieges mit Russland und der Ukraine", sagte Trump - ohne zu konkretisieren, wie er dies bewerkstelligen wolle. Er könne "Kriege nur mit einem Telefonanruf beenden", sagte er lediglich.
P.Queiroz--PC