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Frankreichs Regierung veröffentlicht neuen Katastrophen-Ratgeber
Sechs Liter Wasser pro Person und ein batteriebetriebenes Radio: Die französische Regierung hat am Donnerstag einen neuen Ratgeber für richtiges Verhalten bei Krisen und Katastrophen veröffentlicht. "Wir müssen uns vorbereiten, um im Fall von Krisen normal weiterleben zu können", heißt es im Vorwort, das Folgen des Klimawandels wie etwa Überschwemmungen, die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten und Handelskonflikte aufzählte.
"Aus diesen Problemen können Krisen werden", heißt es in dem 30-seitigen Ratgeber, der zahlreiche konkrete Szenarien beschreibt, darunter atomare Unfälle, Cyberangriffe und Anschläge.
Kurz vor der Veröffentlichung der Broschüre hatte Generalstabschef Fabien Mandon mit dramatischen Worten Frankreich vor einem möglichen Krieg gewarnt und damit heftige Kritik ausgelöst. "Wenn unser Land schwankt, weil es nicht bereit ist, seine Kinder zu verlieren, dann sind wir in Gefahr", sagte Mandon auf einer Tagung französischer Bürgermeister.
"Wir haben unser Wissen und die wirtschaftliche und demografische Stärke, um das Moskauer Regime abzuschrecken", sagte Mandon. "Was uns fehlt, ist die geistige Stärke, Leid zu akzeptieren, um zu schützen, wer wir sind", sagte er an die Adresse der Bürgermeister und forderte sie auf, in ihren Kommunen darüber zu sprechen.
Der linkspopulistische Politiker Jean-Luc Mélenchon reagierte empört. "Es ist nicht seine Rolle, die Bürgermeister oder sonst wen zur Vorbereitung auf kriegerische Handlungen aufzufordern, die von niemandem beschlossen wurden", schrieb Mélenchon im Onlinedienst X.
"Sind 51.000 Gedenkstätten für die Toten der Weltkriege in unseren Kommunen nicht genug?", fragte der kommunistische Parteichef Fabien Roussel. Der linke Politiker François Ruffin richtete eine schriftliche Anfrage an das Verteidigungsministerium, "ob der Inhalt der Rede mit der Regierung oder dem Präsidialamt abgestimmt war".
Kritik kam auch von der rechten Opposition. Die Äußerungen des Generalstabschefs seien "schockierend", sagte der konservative Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi. Der rechtspopulistische Vize-Parteichef Sébastien Chenu erklärte, Mandon sei "nicht berechtigt", solche Warnungen auszusprechen.
L.Carrico--PC