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Verkehrsprobleme durch Eisregen - Flughafen Berlin-Brandenburg zeitweise lahmgelegt
Weite Teile Deutschlands kämpfen weiter mit Eis und Schnee. Gefrierender Regen sorgte am Freitag für massive Verkehrsprobleme in einem breiten Streifen von der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste bis nach Berlin. Am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) waren nach Betreiberangaben wegen extremer Glätte über Stunden keine Starts und Landungen möglich, der Flugbetrieb lief erst am Freitagmittag wieder an. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ereigneten sich teils tödliche Autounfälle.
Auch nach Wiederaufnahme des seit Donnerstagabend unterbrochenen Flugbetriebs mussten Passagiere nach Angaben eines Flughafensprechers am BER weiter mit "massiven Verspätungen und Flugausfällen" rechnen. Der Airport rief Fluggäste dazu auf, vor der Anreise den Status ihres Flugs bei den Fluggesellschaften zu erfragen. Laut Sprecher liefen die Enteisungsarbeiten auf den Rollbahnen weiter auf Hochtouren und dauerten wegen der extremen Bedingungen doppelt so lange wie üblich.
Auch der Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war schwer beeinträchtigt. In etlichen Landkreisen rund um Berlin wurde der Busverkehr wegen Blitz- und Glatteisbildung am Donnerstagabend ganz eingestellt. Vielfach galt dies zunächst auch am Freitagmorgen, der öffentliche Nahverkehr lief vielerorts nur allmählich wieder an.
Bei Klettwitz in Brandenburg starben laut Polizei zwei Menschen, als ein mit fünf Insassen besetztes Auto von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Zwei Menschen seien sofort tot gewesen, hieß es von der Polizei in Cottbus. Die drei übrigen Insassen kamen verletzt in Krankenhäuser. Glätte spielte demnach bei dem Unfall mutmaßlich eine Rolle, die Ermittlungen zum genauen Hergang liefen aber noch.
Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich bereits am Donnerstag in Wusterhausen in Mecklenburg-Vorpommern, als eine 82-Jährige mit ihrem Auto bei winterlichen Verhältnissen auf einer Bundesstraße in den Gegenverkehr geriet. Es kam zum Zusammenstoß mit einem anderen Wagen, die Frau starb. Der Fahrer des zweiten Autos wurde schwer verletzt.
Teils dutzende Unfälle meldeten die Polizei aus anderen Regionen. Das Polizeipräsidium in Rostock zählte in seinem Bereich über 20 Unfälle mit einem Schwer- und sechs Leichtverletzten. Auf Autobahnen rund um Potsdam ereigneten sich seit Donnerstagabend ebenfalls zahlreiche Zwischenfälle. Auf der A10 gab es bei 28 witterungsbedingte Unfälle mit 19 Verletzten. Auf der A2 gab es zehn Unfälle mit Blechschäden.
Der Deutsche Wetterdienst hob zunächst bestehende Unwetterwarnungen für den Nordosten wegen ausbleibender neuer Niederschläge zwar auf, rechnete aber nur mit zögerlicher Entspannung der Glatteislage. Er erwartete zudem ab Freitagabend von Südwesten her bei Temperaturen um den Gefrierpunkt neuerliche Regenfälle, die örtlich gefrieren könnten.
Betroffen sein sollte ein Gebiet vom niedersächsischen Emsland über Nordhessen bis zum Bayerischen Wald. Im Nordosten sollte es darüber hinaus erneut wieder zu teils schauerartig verstärkten Glatteisregen kommen. Örtlich sei dort auch eine unwetterartige Zuspitzung möglich.
Im ohnehin seit Tagen von massivem Glatteis geplagten Berlin war die Stadtreinigung seit der Nacht zu Freitag "mit allen Kräften unter Volllast" im Einsatz, wie die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr mitteilte. Seit dem Vormittag würden auch Nebenstraßen geräumt, die Situation auf den Gehwegen "bleibt indes angespannt".
Durch Ausfälle im Busverkehr war im Nordosten teils der Schulbesuch erschwert. Das Landesbildungsministerium in Mecklenburg-Vorpommern etwa wies Freitag darauf hin, dass Schüler die für Freitag geplante Ausgabe ihrer Halbjahreszeugnisse verpassen könnten. Es sei jedoch problemlos möglich, diese in der kommende Woche abzuholen, beruhigte das Ministerium. Die Schulen würden jeweils über Details informieren.
Auch am Samstag sollte das Wetter in der Mitte sowie im Norden und Nordosten Deutschlands weiter von Niederschlägen geprägt sein. Teils werden diese laut DWD voraussichtlich als Schnee oder gefrierender Regen fallen, was mit entsprechender Glättegefahr einhergeht. Der Süden und Westen befindet sich demnach dagegen unter dem Einfluss milderer Meeresluft. Dort waren am Samstag Temperaturen von sechs Grad bis hin zu 14 Grad im baden-württembergischen Breisgau zu erwarten.
V.F.Barreira--PC