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Erleicherung an den Börsen - trotz gesunkenen Ölpreises aber kein billigerer Sprit
US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Kriegsende angedeutet, die Öl- und Gaspreise sind daraufhin deutlich gesunken und die Börsen starteten mit Kursgewinnen in den Handel. An den Zapfsäulen in Deutschland machte sich dies nicht bemerkbar. Der Iran zeigte sich am Dienstag weiter kampfbereit. Insbesondere in Asien, wo viele Länder von Brennstoffimporten aus Nahost abhängen, nimmt die Sorge um die Versorgungssicherheit zu.
Trump sagte am Montag, dem zehnten Tag der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran, der Krieg sei "so gut wie" beendet. Er begründete dies mit der militärischen Schwächung Teherans. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Äußerungen gaben die zuvor massiv gestiegenen Ölpreise nach, die US-Börse schloss im Plus.
Am Dienstag gegen Mittag kostete ein Barrel Öl der Nordsee-Referenzsorte Brent rund 91 Dollar - sieben Prozent weniger als am Vorabend. Noch deutlicher sank der TTF-Index, der als Referenzwert für den Gaspreis in Europa gilt: Der Preis pro Kilowattstunde ging um gut 13 Prozent auf 49 Euro zurück.
Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte zum Handelsauftakt gut zwei Prozent höher, auch die wichtigsten Indizes in Paris, London und Mailand lagen deutlich im Plus. Die stark unter Druck geratenen asiatischen Börsen erholten sich ebenfalls. In Südkorea schloss der Leitindex Kospi mehr als fünf Prozent im Plus, in Tokio ging es für den Nikkei um 2,9 Prozent nach oben.
An Deutschlands Tankstellen stieg der Tagesdurchschnittspreis für Benzin am Montag auf über zwei Euro, der Preis für Diesel lag bei 2,171 Euro, wie der ADAC mitteilte. Die Mineralölwirtschaft dämpfte die Hoffnung, dass der Ölpreisrückgang bei den Autofahrern ankommen könnte.
Die Spritpreise könnten "leider nicht so schnell sinken, wie sie steigen", erklärte der Wirtschaftsverband Fuels und Energie. An den Zapfsäulen seien nicht die Rohölpreise ausschlaggebend, sondern die Produktpreise für Benzin und Diesel in Europa. "Hier sehen wir noch keine Entspannung." Denn der Persische Golf sei für Öltanker und Produktexporte weiterhin gesperrt. Ein Teil der globalen Nachfrage greife daher auf die in Europa verfügbaren Kraftstoffe zurück.
Die USA und Israel hatten Ende Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. In der Folge ist der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus, wo normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert werden, nahezu lahmgelegt.
Nach Angaben aus Teheran soll dies auch so bleiben. "Die iranischen Streitkräfte werden bis auf Weiteres nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite und ihre Partner exportiert wird", sagte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
Viele asiatische Länder sind besonders abhängig von Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten. Sorgen um die Versorgungssicherheit nehmen dort vielerorts spürbar zu. Am Dienstag reagierten weitere Länder mit Rationierungen und anderen Maßnahmen: In Indien verschärften die Behörden die Kontrolle der Gasverteilung, Taiwan aktivierte ein Notfallinstrument für Ölprodukte und in Thailand wurden staatliche Bedienstete zum Homeoffice aufgerufen.
In Deutschland forderte Unionsfraktionsvorsitzende Sepp Müller (CDU) ein hartes Vorgehen gegen die Mineralölkonzerne, denen er "Abzocke" vorwirft. "Das Kartellamt muss jetzt mit dem schärfsten Schwert drohen", sagte er dem Portal t-online. Einen Tankrabatt lehnte Müller ab: Die Konzerne hätten womöglich "darauf gezockt, dass wir wieder einen Tankrabatt einführen, der den Steuerzahler letztes Mal 3,3 Milliarden Euro gekostet hat". Doch die schwarz-rote Bundesregierung werde das Problem "mit den klaren Regeln der Marktwirtschaft lösen".
Die Vorsitzende des Rats der sogenannten Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, sprach sich für die Freigabe der strategischen Ölreserven in den G7-Staaten aus. Diese seien "genau für solche Krisensituationen als strategische Reserve aufgebaut worden", sagte Schnitzer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die G7-Staaten hatten eine Freigabe ihrer Ölreserven am Montag vorerst abgelehnt.
C.Cassis--PC