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Absage Weimers an Erweiterungsbau für Nationalbibliothek stößt auf Kritik
Die Absage von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) an den geplanten Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig stößt auf Kritik. Dies sei "eine völlig falsche Entscheidung", erklärte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Freitag in Frankfurt am Main. "Gedrucktes Kulturgut ist unersetzlich", betonte auch der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) in Berlin.
Die Nationalbibliothek hatte am Donnerstag mitgeteilt, Weimer habe sich gegen den seit Jahren geplanten Erweiterungsbau entschieden. "Der geplante Magazinbau am Deutschen Platz in Leipzig sollte der langfristigen Archivierung der Bestände der Deutschen Nationalbibliothek dienen. Als hochfunktionales und klimastabiles Magazin war er darauf ausgelegt, die sichere Aufbewahrung von derzeit rund 35,5 Millionen Medienwerken für etwa 30 Jahre zu gewährleisten", hieß es weiter in der Erklärung.
Weimer begründete die Absage laut den Angaben der Nationalbibliothek mit den Kosten des Projekts. Zudem habe er mitgeteilt, "die Sammlung körperlicher Medienwerke bis weit in die Zukunft hinein sei nicht mehr zeitgemäß". Die Deutsche Nationalbibliothek solle sich daher "stärker auf die digitale Sammlung konzentrieren".
"Die Deutsche Nationalbibliothek gewährleistet mit ihrem Sammelauftrag die für das kulturelle Gedächtnis essenzielle Überlieferung von Büchern und Medien", betonte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Peter Kraus vom Cleff. Er wandte sich gegen einen "handstreichartigen Stopp eines bereits geplanten und dringend nötigen Erweiterungsbaus" durch Weimer. Auch wandte er sich gegen eine nur noch digitale Archivierung: "Das gedruckte Buch ist ein Kulturgut und als beständige und langlebige Form der Wissensübermittlung unabdingbar."
"Gerade gedruckte Bücher - ebenso wie andere physische Medienformen - sind fundamentale Träger von Kultur, Wissen und Geschichte" betonte auch BVDM-Hauptgeschäftsführerin Kirsten Hommelhoff. "Sie sind nicht nur Inhalte, sondern auch materielle Artefakte, deren Ausgaben, Gestaltung, Haptik, Herstellungsweise und typografische Besonderheiten ein historisches Zeugnis ihrer Zeit darstellen." Daher sei ihre dauerhafte Sicherung "für Forschung, Kulturwissenschaft und gesellschaftliche Erinnerung essenziell".
"Uns ist die angespannte Haushaltslage des Bundes bewusst", der Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek, Frank Scholze, zu der Entscheidung Weimers und deren Begründung. Es sei jedoch gelungen, die Baukosten rund 30 Millionen Euro unter den ursprünglich bewilligten Kosten zu kalkulieren. Der Erweiterungsbau sei darauf ausgelegt, "wirtschaftlich und nachhaltig dringend benötigte Magazinflächen zu schaffen".
C.Cassis--PC