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Kampf gegen Hisbollah: Israel droht Libanon mit verstärkten Angriffen auf Infrastruktur
Nach der Zerstörung einer Brücke durch das israelische Militär hat Israels Verteidigungsminister dem Libanon mit weiteren Angriffen auf die Infrastruktur des Landes gedroht. Die bisherigen Attacken seien "erst der Anfang", sagte Verteidigungsminister Israel Katz bei einem Treffen mit der Armeeführung am Freitag. Israels Militär hatte in der Nacht eine Brücke über den Litani-Fluss im Südlibanon zerstört. UN-Generalsekretär António Guterres forderte bei einem Besuch in Beirut eine Waffenruhe.
Die Brücke sei von Kämpfern der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz genutzt worden, um Waffen in den Südlibanon zu bringen, sagte Katz. "Die libanesische Regierung und der libanesische Staat werden einen immer höheren Preis in Form von Schäden an der Infrastruktur zahlen, die von Hisbollah-Terroristen" für Angriffe auf Israel genutzt werde. Sollte die Regierung in Beirut ihrer Verpflichtung zur Entwaffnung der Hisbollah nicht nachkommen, werde Israel auch die Kontrolle über libanesische Gebiete übernehmen.
Die Entwaffnung der Hisbollah ist Teil der Vereinbarungen zur Waffenruhe, die Israel und die pro-iranische Miliz im November 2024 vereinbart hatten. Die libanesische Armee hatte im Januar erklärt, die erste Phase der Hisbollah-Entwaffnung abgeschlossen zu haben, die das Gebiet vom Litani-Fluss bis hinunter zur israelischen Grenze betrifft. Nach dem Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah erneut.
Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu richtete eine scharfe Warnung an die libanesische Regierung. Wenn diese die Hisbollah nicht entwaffne, "werden wir es machen", sagte er. Zum Kriegsverlauf sagte Netanjahu, sein Land und die USA seien dabei, den Iran und die mit ihm verbündete Hisbollah zu "zermalmen".
Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, er habe Israel vorgeschlagen, internationale Vermittler zur Herbeiführung eines Endes der Kämpfe hinzu zu ziehen. Israel habe darauf bisher nicht reagiert. "Wir hoffen auf die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft in dieser schwierigen Zeit", fügte Aoun anlässlich des Besuchs von Guterres hinzu.
Der UN-Generalsekretär forderte eine Waffenruhe. Israel und die Hisbollah müssten "den Krieg beenden", sagte er im Präsidentenpalast in Beirut weiter. Der Libanon müsse die Chance bekommen, "ein unabhängiges Land zu werden, (...) wo die Behörden das Gewaltmonopol haben". Durch die neuen Gefechte wurden nach Angaben der UNO bereits hunderttausende Menschen vertrieben.
Israel griff indes weitere Ziele im Libanon an, unter anderem Wohnungen im Norden von Beirut. Während die als Hisbollah-Hochburg geltenden südlichen Vororte der Hauptstadt regelmäßig angegriffen werden, blieb der Norden Beiruts bisher weitgehend verschont.
Die Armee erneuerte zudem ihre Evakuierungsaufrufe für die südlichen Vororte und warf Flugblätter über der libanesischen Hauptstadt ab. "Sie müssen die Hisbollah, Irans Schutzschild, entwaffnen", hieß es darauf. Der Abwurf der Flugblätter verursachte Panik, da die Flugzeuge nach Angaben von Staatsmedien tief flogen und Explosionen zu hören waren.
In der Nähe der südlibanesischen Hafenstadt Sidon wurden bei einem israelischen Angriff nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet. In Bar Elias im Ostlibanon wurden die beiden Söhne eines örtlichen islamistischen Funktionärs getötet, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete.
Auch die Hisbollah verübte weitere Angriffe auf Ziele in Israel. In der Nacht zum Donnerstag hatte die Miliz laut israelischen Angaben den bisher größten Raketen-Angriff auf Israel seit Beginn des Iran-Krieges ausgeführt. Seit dem 28. Februar wurden nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens 687 Menschen im Libanon getötet. Die israelischen Streitkräfte meldeten den Tod von zwei ihrer Soldaten.
E.Raimundo--PC