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Italien: Lega-Nord-Gründer Umberto Bossi gestorben
Der italienische Rechtspopulist und Gründer der einflussreichen Regionalpartei Lega Nord, Umberto Bossi, ist tot. Wie mehrere Medien am Donnerstag berichteten, verstarb der 84-Jährige im norditalienischen Varese auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Der für seine provokante Rhetorik bekannte Bossi war vor allem in den 90er und 2000er Jahren einer der prägenden Politiker Italiens.
Bossi hatte die kleine Regionalpartei Lega Nord vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der italienischen Parteienlandschaft Anfang der 90er Jahre zu einer der führenden Parteien in Norditalien gemacht. Unter Bossis Führung war die Lega ab 1994 mehrfach an den Mitte-Rechts-Regierungen von Ministerpräsident Silvio Berlusconi beteiligt.
Bossis Schimpftiraden galten insbesondere den Politikern in der Hauptstadt Rom - und irregulär ins Land gekommenen Migranten. In den ersten Jahren setzte sich die Lega ausdrücklich für eine Abspaltung des als "Padanien" bezeichneten Gebiets im nördlichen Teil der italienischen Halbinsel ein - und rief sogar deren Unabhängigkeit aus.
Bossi war bereits seit gut zwei Jahrzehnten gesundheitlich schwer angeschlagen, nachdem er im Jahr 2004 einen Hirnschlag erlitten hatte. Sein Nachfolger an der Lega-Nord-Spitze, Matteo Salvini, verordnete der Partei einen Kurswechsel: Salvini tilgte das "Nord" aus dem Parteinamen und verwandelte die Formation in eine gesamtitalienisch ausgerichtete, rechtsnationale Partei.
Führende Politiker aus dem rechten Lager würdigten Bossi am Donnerstag. Regierungschefin Giorgia Meloni schrieb im Onlinedienst X, Bossi habe "grundlegenden Anteil" an der Entstehung der ersten Mitte-Rechts-Koalition im neuen Parteiensystem Italiens gehabt.
T.Batista--PC