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Libanons Präsident Aoun fordert Waffenstillstand und Verhandlungen mit Israel
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat erneut zu einem Waffenstillstand und Verhandlungen mit Israel aufgerufen. Aoun betonte "die Notwendigkeit eines Waffenstillstands" und erklärte, dass "das Wichtigste darin besteht, die Eskalation" zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz zu beenden, wie es am Donnerstag in einer Erklärung des libanesischen Präsidentenamtes hieß.
Am 9. März hatte Aoun eine Vier-Punkte-Initiative vorgeschlagen, die einen "vollständigen Waffenstillstand" mit Israel, verstärkte Unterstützung für die libanesische Armee zur "Entwaffnung der Hisbollah" sowie "direkte Verhandlungen" mit Israel vorsah. Diese Initiative liege nach wie vor auf dem Tisch, erklärte Aoun. Jedoch behindere "die anhaltende militärische Eskalation" ihre Umsetzung.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der vergangene Woche mit Aoun und weiteren libanesischen Führungspersönlichkeiten gesprochen hatte, drängte die israelische Regierung am Donnerstag, direkten Gesprächen mit Beirut zuzustimmen. Für direkte Verhandlungen müsse "die Zustimmung von israelischer Seite formell bekundet" werden, sagte Macron nach einem EU-Gipfel vor Journalisten in Brüssel. Er bot an, die Gespräche in Paris auszurichten.
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot, der sich zu einem "Solidaritätsbesuch" im Libanon befand, gab derweil eine Verstärkung der Hilfslieferungen Frankreichs and das Land bekannt. Paris verdoppele seine humanitäre Hilfe für den Libanon und erhöhe sie auf 17 Millionen Euro, erklärte Barrot im Onlinedienst X. Das libanesische Volk sei in einen Krieg hineingezogen worden, "den es sich nicht ausgesucht hat". Barrot reist am Freitag nach Israel weiter, wie die Nachrichtenagentur AFP aus dem französischen Außenministerium erfuhr.
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten libanesischen Hisbollah-Miliz wieder massiv eskaliert. Israel beschießt immer wieder Ziele im Libanon und rückte inzwischen auch mit Bodentruppen auf libanesisches Territorium im Grenzgebiet vor. Die Hisbollah feuert ihrerseits immer wieder Raketen und Drohnen auf Israel.
Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden durch israelische Angriffe bereits mehr als 900 Menschen getötet, darunter mindestens 111 Kinder. Hunderttausende Menschen seien durch die Gefechte vertrieben worden.
Offiziell gilt seit November 2024 zwischen Israel und der Hisbollah eine Waffenruhe. Israel wirft der Miliz jedoch vor, sich wieder zu bewaffnen. Es macht die von der libanesischen Regierung zugesagte vollständige Entwaffnung der Miliz zur Bedingung für ein Ende seiner Angriffe.
M.Gameiro--PC