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Pflicht erfüllt: DFB-Team schlägt dezimiertes Luxemburg
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihre WM-Sorgen mit viel Elan und Engagement vorerst gemildert. Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann fand beim ungefährdeten 4:0 (2:0) im Qualifikationsspiel gegen den Außenseiter Luxemburg ihren Torriecher zurück und nahm wieder Kurs Richtung Endrunde 2026 in den USA, Mexiko und Kanada.
David Raum (12.), der diesmal auf rechts verteidigende Kapitän Joshua Kimmich (21., Handelfmeter nach Videobeweis/50.) und Serge Gnabry (48.) verhalfen dem lange in Überzahl agierenden DFB-Team nach dem tristen Länderspiel-September inklusive der Blamage in der Slowakei (0:2) zum wohltuenden Erfolg – erstmals blieb Deutschland in diesem Jahr dabei ohne Gegentor. Das luxemburgische Team von Ex-Bundesliga-Profi Jeff Strasser war am Freitagabend vor 25.249 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Arena nach der Roten Karte gegen Dirk Carlson (20.) frühzeitig um Schadensbegrenzung bemüht.
Mit nun sechs Zählern sind die deutschen Chancen auf das direkte WM-Ticket voll intakt. Nagelsmann aber weiß: Sein zweijähriges Dienstjubiläum wird er nur entspannt feiern können, wenn der viermalige Weltmeister tags zuvor am Montag (20.45 Uhr/RTL) in Belfast gegen Nordirland einen weiteren überzeugenden Auftritt nachlegt. Den Jahresabschluss bestreitet Deutschland dann im November in Luxemburg und beim Wiedersehen mit den Slowaken in Leipzig.
Nagelsmann war durch weiterhin fehlende WM-Säulen wie Torwart Marc-André ter Stegen oder Magier Jamal Musiala erneut zum Improvisieren gezwungen. Immerhin: Sowohl der Hoffenheimer Torhüter Oliver Baumann (nach Übelkeit) als auch Angreifer Nick Woltemade (nach grippalem Infekt) meldeten sich rechtzeitig fit.
Für eine Überraschung sorgte der DFB-Coach in seiner Aufstellung dennoch. Anführer Kimmich, den Nagelsmann zuletzt klar für das zentrale Mittelfeld vorgesehen hatte, verteidigte wie schon in der Vergangenheit hinten rechts als Teil einer Viererkette.
Der Bayern-Profi gab - aus rechter Position - dann auch den ersten Warnschuss ab (4.). Die vermeintliche Führung durch Woltemade in derselben Minute nahm Schiedsrichter Nenad Minakovic (Serbien) zurück, weil der 90-Millionen-Mann von Newcastle United einen Schuss von Gnabry mit dem Oberarm ins Tor gelenkt hatte.
Das DFB-Team war von Beginn an bemüht, den Wunsch seiner zunehmend skeptischen Fans, die in ihrer Choreo vor dem Spiel "Mut, Stärke, Leidenschaft" gefordert hatten, zu erfüllen. Mit viel Ballbesitz schnürte die Nagelsmann-Elf den 96. der Weltrangliste tief in der eigenen Hälfte ein. Den Knoten löste schließlich RB-Kapitän Raum, der wie zuletzt in der Liga per direktem Freistoß traf – Nagelsmann klatschte Beifall.
Vor allem Gnabry sorgte offensiv und auch defensiv, als er nach einem Sprint per Grätsche klärte, immer wieder für Akzente. Carlson verhinderte mit der Hand eine klare Torchance des Bayern-Profis; Referee Minakovic mit VAR-Unterstützung und Kimmich, der mit seinem 104. Länderspiel Legende Franz Beckenbauer überholte, bestraften den Underdog doppelt.
Weitere Tore blieben vorerst aber aus. Deutschland ließ den Ball zwar gut laufen und suchte geduldig die Lücken im nun praktizierten Luxemburger 5-4-0-System. Aus dem Spiel blieb der Favorit zunächst zu ungefährlich: Gnabry (24.) scheiterte im Abschluss zudem ebenso wie Leon Goretzka (31.) und Raum (32.) mit ihren teils hochkarätigen Gelegenheiten. Die deutsche Defensive um Rückkehrer Nico Schlotterbeck war kaum gefordert.
Die Körpersprache der deutschen Mannschaft war deutlich besser als im September, als nach der Niederlage in Bratislava auch der Erfolg gegen Nordirland (3:1) die Gemüter nicht beruhigte. Und nach der Pause wurde auch die Spielfreude belohnt: Gnabry schoss aus rund zehn Metern fulminant zu seinem 24. Länderspieltor ein, Kimmich machte in der Folge per Abstauber seinen ersten Doppelpack im DFB-Trikot perfekt.
Nagelsmann nutzte die Überlegenheit für frühe Wechsel, um Kräfte für die Nordiren am Montag zu sparen. Wirtz hätte mit einem Freistoß erhöhen können, traf aber nur den Außenpfosten (62.). Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt kam noch zu seinem Länderspiel-Debüt.
H.Silva--PC