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DFB-Schiris: WM-Regeln weitgehend auch in der Bundesliga
Die deutschen Top-Schiedsrichter werden sich in der anstehenden Saison der Fußball-Bundesliga beim Blick auf die Regeländerungen weitgehend am Auftreten der Unparteiischen bei der zurückliegenden WM-Endrunde in Nordamerika orientieren. Allerdings wollen die Schiri-Bosse beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Teilbereichen eine andere Auslegung sehen - dabei geht es vor allem um Unsportlichkeiten. Die bereits von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) angekündigte Zurückhaltung beim Einsatz des Videobeweises bekräftigten die Referee-Chefs bei ihrer Medienschulung am Dienstag auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main.
"Wir werden die Regeländerungen zum Großteil so übernehmen, wie sie dort ausgelegt wurden. Ein paar Sachen werden wir aber nicht umsetzen", sagte Marco Fritz in seiner Rolle als Leiter Evaluation, Beobachtungen und Regelauslegung der DFB Schiri GmbH: "Der Umgang mit Unsportlichkeiten war bei der WM sicher nicht beispielgebend für die Bundesliga. Da waren wir schon weiter bei Themen wie 'Mobbing the Referee', dem Kapitänsdialog und der Verhinderung einer schnellen Spielfortsetzung."
Laut Videoboss Jochen Drees soll der Video-Assistent ganz im Sinne der UEFA "stärker im Hintergrund" gelassen werden. Das verdeutlichte auch der neue Bundesliga-Sportdirektor Benjamin Schmedes. "Für den Eingriff des Video-Assistenten soll es eine höhere Schwelle geben. Es soll um klare und offensichtliche Fehlentscheidungen gehen. Wir wollen die Zeit am Bildschirm minimieren", sagte Schmedes: "Trotz allem werden wir Diskussionen nicht vollends vermeiden können."
In der Bundesliga werden in der kommenden Saison 22 Schiedsrichter zum Einsatz kommen, das sind zwei weniger als zuletzt. Sie müssen sich an Neuerungen wie den Fünf-Sekunden-Countdown bei Einwürfen und Abstößen, die Zehn-Sekunden-Regel bei Auswechslungen und das Verlassen des Feldes für eine Minute nach Verletzungsunterbrechung gewöhnen. Dazu kommt die neue VAR-Kompetenz bei der Überprüfung der zweiten Gelben Karte bei Gelb-Rot.
Eckstöße werden im Gegensatz zur WM nicht vom Video-Assistenten überprüft, zudem wird keine Rote Karte für das Zuhalten des Mundes mit der Hand oder das Verlassen des Feldes aus Protest gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung gegeben. Diese Regeln hatten die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) lediglich optional eingeführt.
"Wir wollen ein sauberes Spiel und weg von schmutzigen Fouls. Zudem wollen wir die Netto-Spielzeit erhöhen", sagte der Berliner FIFA-Schiedsrichter Daniel Siebert.
V.Fontes--PC