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Klimaklage: Opfer von Taifun auf den Philippinen verlangen Entschädigung von Shell
Überlebende des schweren Taifuns "Rai" auf den Philippinen haben eine Klimaklage gegen den britischen Ölkonzern Shell eingereicht. Die 103 Klagenden fordern finanzielle Entschädigung und argumentieren, Shell sei mitverantwortlich für den "klimabedingten" Sturm. Sie werden unterstützt von drei Umweltorganisationen, darunter Greenpeace. "Rai" war 2021 über die Philippinen hinweggefegt, mehr als 400 Menschen kamen ums Leben, hunderttausende weitere wurden obdachlos.
Virginia Benosa-Llorin von Greenpeace sagte in der philippinischen Hauptstadt Manila, die Klimaklage gegen Shell sei "ein Testfall, um Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen". Taifune sind in Südostasien zwar ein regelmäßiges Wetterphänomen, der Klimawandel führt nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern jedoch zu häufigeren und heftigeren Unwettern.
Eine der Klägerinnen ist die 34-jährige Trixy Elle aus einem Fischerdorf. Ihr Haus und ihre vier Fischerboote wurden bei dem Taifun zerstört. "Inselbewohner wie wir tragen nur einen kleinen Teil zur Umweltverschmutzung bei. Aber wer muss die Folgen tragen? Die Armen", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Sie spreche für alle Philippiner, die die Folgen der Klimaerwärmung in ihrem Leben spürten.
Der ebenfalls vom Taifun betroffene Fischer Rickcel Inting sagte AFP, Shell sei verantwortlich "für unser Leid", weil der Ölkonzern für Umweltverschmutzung und -zerstörung verantwortlich sei.
Die Kläger berufen sich auch auf die Klimaklage des peruanischen Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya gegen den Energiekonzern RWE. Das Oberlandesgericht in Hamm hatte im Mai in dem Verfahren eine grundsätzliche Verantwortung großer Energiekonzerne für Klimaschäden in Peru festgestellt, die konkrete Klage Lliuyas aber abgelehnt.
Ferreira--PC