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Russische Schattenflotte auf Ostsee: Greenpeace warnt vor Ölpest bei Havarie
Greenpeace hat vor schweren Umweltschäden durch eine mögliche Havarie eines Öltankers der sogenannten russischen Schattenflotte auf der Ostsee gewarnt. Von Finnland über Schweden und Deutschland bis nach Dänemark wären im Falle einer Ölpest Meeres- und Küstenschutzgebiete betroffen, die für das Überleben von Seevögeln, Meeressäugern und als Kinderstube vieler Fischbestände entscheidend seien, erklärte die Umweltschutzorganisation am Montag in Hamburg.
Zudem wären durch einen Unfall die beliebtesten Urlaubsgebiete an der Ostseeküste auf Jahre belastet, berichtete Greenpeace unter Berufung auf eine vom Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht erstellte Simulationsstudie.
Die Experten berechneten demnach, wie sich 48.000 Tonnen Öl an acht verschiedenen Unfallorten entlang der Tankerroute vom russischen Ölhafen Primorsk bis zum dänischen Skagen am Ausgang der Ostsee über einen Zeitraum von 30 Tagen ausbreiten würden. Dazu wurden Strömungs- und Winddaten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie genutzt.
Russland exportiert über die Route den Großteil seines Rohöls. Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland nach dem Angriffskrieg in der Ukraine verhängte Sanktionen umgeht, unter anderem das Öl-Embargo. "Die Faktenlage ist erdrückend, die Bundesregierung muss endlich gegen die Schattenflotte und ihre Geistertanker handeln", forderte Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace.
Die EU will die russischen Einnahmen aus dem Ölexport weiter reduzieren und plant dazu neue Sanktionen gegen Moskau. Das Sanktionspaket sieht auch ein Verbot der Wartung und anderer Dienstleistungen für russische Flüssiggas-Tanker und Eisbrecher vor. Zudem sollen 43 weitere Schiffe der russischen Schattenflotte auf die Sanktionsliste gesetzt werden, die damit dann 640 Schiffe umfassen würde.
H.Silva--PC