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Frankreich stellt bei Konferenz in Santa Marta Fahrplan für Ausstieg aus Fossilen vor
Bei der internationalen Konferenz für einen Ausstieg aus den fossilen Energien im kolumbianischen Santa Marta hat Frankreich mit einem nationalen Ausstiegs-Fahrplan einen Impuls gesetzt. Der Fahrplan, den der französische Delegationschef Benoît Faraco am Dienstag (Ortszeit) in Santa Marta präsentierte, nennt 2030 als Ausstiegsdatum für die Kohlenutzung. Ab 2045 soll die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas demnach kein Erdöl zur Energiegewinnung mehr nutzen, 2050 soll schließlich der Ausstieg aus Erdgas erfolgen.
Frankreich sei damit "wahrscheinlich eines der wenigen Länder, die eine klare Deadline für alle fossilen Energieträger haben", sagte Faraco bei der Konferenz. Frankreich erzeugt allerdings nur einen kleinen Teil seines Stroms aus fossilen Energieträgern, weil es stark auf Atomstrom setzt. Außerdem sind die Zielmarken an sich nicht neu. Die Ausstiegsdaten wurden nun lediglich zusammengefasst unter dem großen Ziel, auf klimaschädliche fossile Energieträger zu verzichten.
Experten hoben hervor, dass kein anderer Staat bislang solch einen eindeutigen und umfassenden Ausstiegsplan veröffentlicht habe. Dieser Schritt sei daher ein wichtiges Signal für die Beratungen in Santa Marta.
In der karibischen Hafenstadt sind auf Einladung Kolumbiens und der Niederlande Regierungsvertreter aus mehr als 50 Staaten versammelt, um über den globalen Ausstieg aus den Fossilen zu beraten. Deutschland wird durch Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth vertreten. Von der Konferenz in Santa Marta werden keine verbindlichen Beschlüsse erwartet. Nach den bis Mittwoch dauernden Beratungen soll ein Bericht die entscheidenden Punkte zusammenfassen, an denen im Bemühen um einen globalen Ausstieg aus den Fossilen weiter gearbeitet werden muss.
Die Initiative ist auch eine Reaktion auf die oftmals langwierigen und zähen Verhandlungen auf UN-Ebene, bei denen die mehr als 190 Mitgliedstaaten einen Konsens finden müssen. Öl-Länder wie Saudi-Arabien blockieren dabei immer wieder ehrgeizige Beschlüsse. Die Beratungen in Santa Marta stehen unter dem Eindruck eines deutlichen weltweiten Anstiegs der Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs.
L.Carrico--PC