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Zustand deutscher Wälder unverändert schlecht - Umweltverbände kritisieren Rainer
Den deutschen Wäldern geht es weiterhin schlecht: Der Kronenzustand der Bäume habe sich im bundesweiten Durchschnitt kaum verändert, erklärte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Dienstag. Weiterhin ist demnach nur jeder fünfte Baum gesund. Der Wald habe sich "bis heute nicht von den Dürrejahren 2018 bis 2020 erholt". Umweltverbände kritisierten die Forstpolitik von Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU).
Für die Erhebung zum Zustand des Waldes in Deutschland untersuchen Fachleute vom Thünen-Institut seit 1984 stichprobenartig über die gesamte Waldfläche Deutschlands den Kronenzustand der Waldbäume. Seit 2019 gibt es große Schäden.
Agrarminister Rainer hob positiv hervor, dass sich der Waldzustand trotz ungünstiger Wetterbedingungen im vergangenen Jahr immerhin nicht verschlechtert habe. Die Lage habe sich "insgesamt stabilisiert. Dies ist auch ein Erfolg von langjährigem Waldumbau, bei dem wir die Waldbesitzer unterstützen", erklärte Rainer.
Nicole Wellbrock vom Thünen-Institut sprach hingegen von einer "vergleichsweise günstigen Witterung mit mehr Regen vor allem im Juli 2025". Insbesondere bei Kiefern sowie auch bei Eichen verschlechterte sich der Zustand im vergangenen Jahr dennoch weiter, während sich die mittlere Kronenverlichtung bei Buche und Fichte etwas verbesserte.
Rainer betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Wälder. Sie stünden für "Arbeitsplätze, Handwerk, Wertschöpfung im ländlichen Raum - vom Sägewerk bis zum Schreinerbetrieb", erklärte er. Der Wald müsse geschützt werden. "Und Wald schützen heißt Wald nutzen." Fast ein Drittel Deutschlands ist von Wald bedeckt.
Umweltverbände kritisierten Rainer scharf. "Wer den Wald vor allem als Holzacker betrachtet, verkennt seine universelle Bedeutung", erklärte Peer Cyriacks vom WWF. "Deutschlands Wälder sind überwiegend bewirtschaftete Forste - und genau diese Praxis hat sie anfällig für die Klimakrise gemacht."
Unverständlich sei vor diesem Hintergrund auch der Widerstand der Union gegen die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. "Diese Blockade ist nicht nur kurzsichtig, sondern klare Klientelpolitik zugunsten einer Forstwirtschaft, die weiterhin zu sehr auf nicht heimische Nadelhölzer wie die Douglasie setzt", erklärte Cyriacks.
Der Präsident des Verbands der Waldeigentümer, Andreas Bitter, betonte, die Waldbesitzer reagierten mit einem "konsequenten" Waldumbau hin zu standortgerechten Baumarten auf den Klimawandel. Die EU-Wiederherstellungsverordnung gefährde diese aber, weil sie sich an historischen Leitbildern und Lebensraumtypen orientiere. "Wälder lassen sich unter den Bedingungen des Klimawandels nicht konservieren wie ein Freilichtmuseum", sagte er der "Rheinischen Post".
Minister Rainer sicherte den Waldbesitzern Unterstützung beim "Umbau hin zu produktiven und artenreichen Mischwäldern" zu. Dafür wolle er insbesondere Bürokratie abbauen.
A.Motta--PC