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IWF hebt Prognose für die Weltwirtschaft - für Deutschland senkt er sie
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Welt leicht angehoben - Deutschland aber bildet eine Ausnahme unter den großen Volkswirtschaften. Für die Bundesrepublik senkte der IWF seine Erwartungen sogar noch weiter ab: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird demnach 2023 um 0,3 Prozent schrumpfen.
Den Ausblick für die Weltwirtschaft insgesamt hob der IWF von 2,8 Prozent im April auf nun 3,0 Prozent an. Gründe seien etwa ein widerstandsfähiger Dienstleistungssektor, der seit der April-Prognose gelöste Schuldenstreit in den USA und das entschlossene Handeln der Behörden angesichts der Turbulenzen im Bankensektor, erklärten die IWF-Experten am Dienstag in Washington.
"Im historischen Vergleich" sei das Wachstum aber weiterhin schwach. Auch für 2024 erwartet der IWF nur ein Plus von 3,0 Prozent, vor allem wegen der lahmenden Konjunktur in den Industrieländern.
Zum Vergleich: 2021 war die Weltwirtschaft noch um 6,3 Prozent gewachsen, 2022 dann um 3,5 Prozent, wie der IWF mitteilte.
Gewichtige Risiken für die Weltwirtschaft sieht der Währungsfonds in einer "Intensivierung" des Krieges in der Ukraine sowie in "extremen Wetterereignissen", sollte dies zu einer erneuten Verschärfung der Geldpolitik führen. Auch mögliche Probleme der chinesischen Wirtschaft, insbesondere des hoch verschuldeten Immobiliensektors des Landes, könnten auf andere Staaten übergreifen. "Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus", sagte IWF-Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas der Nachrichtenagentur AFP.
Deutschland ist der einzige G7-Staat, für den der IWF die Prognose vom Frühjahr nicht verbesserte. Im laufenden Jahr sei wegen der "Schwäche des Verarbeitenden Gewerbes und des Abschwungs im ersten Quartal" ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent zu erwarten, erklärten die IWF-Experten. Im April war der IWF für Deutschland noch von einem sehr leichten Abschwung um 0,1 Prozent ausgegangen.
Das BIP in Deutschland war im letzten Quartal 2022 und im ersten Quartal 2023 zurückgegangen, damit befand sich die Wirtschaft laut gängiger Definition in einer Rezession. Die Ergebnisse zur Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal dieses Jahres veröffentlicht das Statistische Bundesamt am Freitag. Wirtschaftsforschungsinstitute hierzulande rechnen mit einem Rückgang des BIP in diesem Jahr um bis zu 0,5 Prozent.
Im April hatte der IWF eine Rezession auch für Großbritannien prognostiziert. Nun hob er seine Prognose für das Königreich um 0,7 Prozentpunkte an: Dort sei 2023 mit einem Wachstum um 0,4 Prozent zu rechnen. Auch in anderen Ländern erwartet der IWF positive Entwicklungen. In Spanien und Italien etwa habe der Tourismussektor sich sehr gut erholt - Spanien kann demnach mit einem Wachstum um 2,5 Prozent rechnen, Italien mit 1,1 Prozent.
L.Henrique--PC