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US-Notenbank Fed hebt Leitzins erstmals seit 2018 an
Die US-Notenbank Fed hat angesichts der höchsten Inflationsrate seit Jahrzehnten eine Zinswende eingeläutet und zum ersten Mal seit Dezember 2018 eine Leitzinserhöhung angekündigt. Der Leitzins werde um 0,25 Prozentpunkte angehoben, erklärte die Federal Reserve am Mittwoch in Washington nach einer zweitägigen Sitzung ihres Offenmarktausschusses. Zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 hatte die Fed zur Stützung der Wirtschaft die Leitzinsen auf zwischen Null und 0,25 Prozent abgesenkt.
Mit der Leitzinsanhebung versucht die Fed nun, der zuletzt deutlich gestiegenen Inflation gegenzusteuern. Höhere Preise für Treibstoff, Lebensmittel und Wohnraum hatten die US-Teuerungsrate im Februar mit 7,9 Prozent auf den höchsten Stand seit vier Jahrzehnten steigen lassen. Die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine treiben die Inflation weiter an.
Zugleich ist die schrittweise Abkehr vom Nullzinsniveau eine Gratwanderung für die Fed, da sich der Ukraine-Krieg und die weitreichenden Sanktionen gegen Russland auch auf die internationalen Handelsströme und damit auch die wirtschaftliche Erholung der USA von den Pandemiefolgen auswirken könnten.
Der Krieg werde "wahrscheinlich zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Inflation erzeugen" und die Wirtschaft belasten, erklärte die Fed. Deshalb seien "anhaltende Erhöhungen" des Leitzinses "angemessen", führte die Federal Reserve weiter aus.
An den Märkten für möglich gehalten wird nun, dass es in diesem Jahr insgesamt bis zu sieben Zinserhöhungen der Fed geben könnte, die den Leitzins auf 1,75 Prozent hieven würden - vorausgesetzt, dass die Federal Reserve bei jeder ihrer regulären Sitzungen den Leitzins um jeweils einen Viertelpunkt erhöhen würde.
Fed-Chef Powell sagte am Mittwoch, dass es länger als erwartet dauern werde, bis die Inflation wieder das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank erreicht. Eine Teuerung der Verbraucherpreise um zwei Prozent wird von Zentralbanken vielfach als optimal für die Konjunktur bei gleichzeitig angestrebter größtmöglicher Wahrung der Preisstabilität betrachtet; auch die Europäische Zentralbank (EZB) strebt diese Marke an.
Powell zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass die US-Wirtschaft in guter Verfassung sei und der Zinserhöhung der Fed standhalten könne. Ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr hob die Fed von zuvor 2,6 Prozent auf 4,3 Prozent an. Ihre Wachstumsprognose senkte sie von 4,0 Prozent auf 2,8 Prozent ab. An der New Yorker Wall Street gaben die Kurse nach der Ankündigung der Fed, den Leitzins auf ein Niveau von 0,25 Prozent bis 0,50 Prozent anzuheben, zunächst nach.
V.Dantas--PC