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Amber Heard weist Vorwürfe von Johnny Depps Anwälten zurück
Die US-Schauspielerin Amber Heard hat im Verleumdungsprozess gegen ihren Ex-Mann Johnny Depp Vorwürfe zurückgewiesen, wonach sie gewalttätig und manipulativ sei. Im Kreuzverhör mit Depps Anwälten bestritt sie am Dienstag, jemals "die Erste" gewesen zu sein, die zugeschlagen habe. "Ich musste viele Male meinen Körper einsetzen, um mich zu verteidigen, und dazu gehörte auch, zu schlagen, wo ich konnte, wenn ich dadurch fliehen konnte", erklärte sie.
Heard hatte im Prozess bereits geschildert, dass Depp sich in ein "Monster" verwandle, wenn er Alkohol und Drogen nehme. In dem Verhör musste Heard sich unter anderem dafür rechtfertigen, warum sie nach einer angeblichen Vergewaltigung durch einen berauschten Depp mit einer Flasche keinen Arzt konsultiert hatte. Bei dem Vorfall soll sich Depp seiner Ex-Frau zufolge die Fingerkuppe abgeschnitten haben, als er ein Telefon zertrümmerte. Depps Anwälte zogen diese Version jedoch in Zweifel.
In einer Tonaufnahme, die den Geschworenen vorgespielt wurde, räumte Heard ein, dass sie einmal einen körperlichen Streit mit Depp begonnen habe. Sie bestand aber darauf, dass sie ihn nicht "geschlagen" habe. "Dir geht es gut. Ich habe dich nicht verletzt", sagte sie in der Aufnahme. "Du bist so ein Baby."
Heard wurde von Depps Anwälten auch zu einem Bericht befragt, wonach sie ihre damalige Freundin Tasya van Ree im Jahr 2009 auf einem Flughafen angegriffen haben soll. Heard bestritt dies und sagte, die Anschuldigung sei Teil einer "Verleumdungskampagne" von Depps Seite.
Mit der Vernehmung vom Dienstag endete die mehrtägige Aussage Heards. Zuvor hatte bereits ihr Ex-Mann vier Tage im Zeugenstand Rede und Antwort gestanden. Er hatte dabei bestritten, jemals handgreiflich gegenüber Heard gewesen zu sein. Die Schlussplädoyers wurden von Richterin Penney Azcarate auf den 27. Mai angesetzt. Dann entscheiden die Geschworenen.
Depp hat Heard, mit der er zwischen 2015 und 2017 verheiratet war, auf 50 Millionen Dollar (knapp 48 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt. Der "Fluch der Karibik"-Star wirft der 36-Jährigen vor, seiner Karriere mit falschen Anschuldigungen der häuslichen Gewalt schwer geschadet zu haben. Hintergrund ist ein Beitrag für die "Washington Post" aus dem Jahr 2018, in dem sich Heard als Opfer häuslicher Gewalt bezeichnete, ohne Depp dabei namentlich zu nennen.
Heard hat mit einer Gegenklage gegen den 58-Jährigen reagiert und verlangt hundert Millionen Dollar Schadenersatz.
S.Caetano--PC