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Kinderschutz im Internet: G7-Konferenz in Paris einigt sich auf Abschlusserklärung
Die G7-Digitalminister haben sich bei einer Konferenz in Paris zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Onlinediensten auf gemeinsame Grundsätze geeinigt. Der Schutz von Minderjährigen im Internet sei jetzt "eine internationale Priorität", sagte die französische Staatssekretärin für Digitales, Anne Le Hénanff, am Freitag auf der Abschlusspressekonferenz. Zu den vereinbarten Grundsätzen zählen der Erklärung zufolge etwa eine Altersüberprüfung und der Kampf gegen illegale Inhalte.
Le Hénanff erklärte, die Grundsätze erlaubten es den Behörden in den Ländern, künftig "weitaus anspruchsvoller" gegenüber digitalen Plattformen aufzutreten und ihnen "keine andere Wahl zu lassen, als ihre Arbeitsweise zu ändern".
Anlässlich der Konferenz hatte am Freitag UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk zum Schutz von Minderjährigen in Onlinediensten aufgerufen. "Wir müssen sicherstellen, dass dies nicht nur geschieht, sondern dass es richtig geschieht", erklärte er in Genf. Pauschale Social-Media-Verbote und Altersbeschränkungen seien dabei kein Allheilmittel. Diese könnten leicht umgangen werden. Stattdessen müsse der Kinderschutz bereits bei der Konzeption der Online-Dienste mitbedacht werden. Die Verantwortung dürfe nicht auf Eltern und Kinder abgewälzt werden.
Der UN-Hochkommissar forderte konkret ein Verbot des "Mikro-Targeting" von Kindern zu kommerziellen Zwecken, also das Zusenden von stark personalisierter Werbung auf der Basis des Nutzerprofils. Er kritisierte "suchtfördernde Elemente" wie Anreize zum Endlos-Scrollen, das automatische Abspielen von Videos und ständige Benachrichtigungen von Apps.
Auf einen gemeinsamen Standpunkt beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) und Energieverbrauch konnten sich die Teilnehmer der Pariser Konferenz hingegen nicht einigen. Hintergrund ist, dass die Zunahme von KI-Anwendungen große Rechenzentren nötig macht und viel Energie verschlingt. Dazu hieß es in der Abschlusserklärung, die Teilnehmer seien sich bewusst, dass die KI-Entwicklung "zunehmenden Druck auf die Stromnetze ausüben wird".
Es sei allerdings "sehr ehrgeizig", sich dabei "Maßnahmen der USA" vorzustellen, sagte Le Hénanff. Immerhin sei eine Übereinkunft erreicht worden, "dass dieses Thema diskutiert werden muss", was "zu Beginn der Gespräche nicht der Fall war", fügte sie hinzu.
Die Beratungen der Digitalminister dienten als Vorbereitung für den G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im Juni im französischen Evian. Frankreich hatte im Januar den rotierenden Vorsitz der Gruppe der sieben großen Industrienationen übernommen. Dazu gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Kanada, Großbritannien, Japan und Italien.
O.Gaspar--PC