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Spanien triumphiert bei Fußball-WM - Buh-Rufe für Trump und Infantino
Mit einem 1:0-Sieg von Spanien gegen Argentinien nach Verlängerung und einer spektakulären Halbzeitshow ist die Fußball-Weltmeisterschaft zuende gegangen. Nach dem Finalspiel in East Rutherford in den Vereinigten Staaten überreichte US-Präsident Donald Trump am Sonntag (Ortszeit) gemeinsam mit Fifa-Präsident Gianni Infantino Spaniens Kapitän Rodri den Pokal. Eine Halbzeitshow voller Musik-Superstars führte zu einer deutlich verlängerten Halbzeitpause.
Der amtierende Europameister Spanien setzte sich gegen Titelverteidiger Argentinien 1:0 (0:0) nach Verlängerung durch und sicherte sich zum zweiten Mal nach 2010 den Titel. Für Trump war es der erste Besuch bei einem Spiel der in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragenen Weltmeisterschaft. Der 80-jährige Republikaner musste einige Buh-Rufe ertragen, als er auf dem Stadion-Bildschirm erschien, er schien das Finale aber trotzdem zu genießen. Zudem ertönten Buh-Rufe, als Trump und Infantino, Chef des Weltfußballverbands Fifa, nach Spielende den Rasen für die Siegerehrung betraten.
Trump sprach auch kurz mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum und dem kanadischen Premierminister Mark Carney. Trump hat immer wieder Streitigkeiten mit den drei Ländern ausgelöst.
Dem Nachbarland Kanada hatte Trump kurz vor dem Finale mit neuen Zöllen gedroht, weil Rauch von kanadischen Waldbränden in den Nordosten der USA gezogen war. Die rauchige Luft hatte zwischenzeitlich Zweifel daran aufkommen lassen, dass das WM-Endspiel wie geplant stattfinden könne. Der Rauch verschwand am Tag des Finales aber rechtzeitig.
Im MetLife Stadium vor den Toren New Yorks traten nach der ersten Halbzeit unter anderem Madonna, Shakira, Justin Bieber und die K-Pop-Band BTS auf. Musiker aus den USA, Venezuela und dem Iran spielten unter Leitung von Star-Dirigent Gustavo Dudamel eine Version von "Seven Nation Army", außerdem traten Schauspieler der beliebten Fußball-Serie "Ted Lasso" auf.
Zu guter Letzt schlossen sich Figuren aus den Sendungen Sesamstraße und The Muppets der Band Coldplay und einem Grundschulchor an. Mit diesem Auftritt sollte Geld für den FIFA Global Citizen Education Fund gesammelt werden, einer Stiftung, die nach eigener Darstellung Kindern weltweit Zugang zu Bildung und Fußball ermöglichen soll.
Mit den Auftritten dauerte die Halbzeitpause 27 Minuten. Normalerweise stehen Fußballern zwischen der ersten und der zweiten Halbzeit 15 Minuten Pause zu. Viele fühlten sich an die spektakulären Halbzeitshows des Super Bowl erinnert, des Finales der US-Football-Liga NFL.
Bei einer WM-Abschlusszeremonie vor dem Anpfiff des Finales waren zuvor unter anderem Popstar Robbie Williams und die US-Sängerin und -Schauspielerin Jennifer Hudson aufgetreten. Die Worte von Hollywoodlegende Tom Cruise gingen weitgehend im Fangesang unter.
In einer vorläufigen Bilanz hatte Trump die WM am Freitag als das "erfolgreichste Sportereignis überhaupt, vielleicht sogar in der Geschichte der Erde" bezeichnet. Auch Fifa-Chef Infantino sagte, das Turnier habe "alle Erwartungen übertroffen".
Die Weltmeisterschaft war neben begeisternden Spielen aber auch von vielen Kontroversen geprägt - unter anderem um die hohen Eintrittspreise, die Einreiseverweigerung für einen somalischen Schiedsrichter, den Umgang mit der iranischen Mannschaft und diverse Schiedsrichterentscheidungen.
Am größten Skandal der WM war Trump selbst beteiligt: In einem Telefonat forderte er Infantino auf, die Spielsperre für den US-Fußballer Folarin Balogun nach einer roten Karte zu überprüfen. Die Fifa erteilte Balogun dann die Spielgenehmigung für das Achtelfinalmatch gegen Belgien, das die USA aber 1:4 verloren.
V.Dantas--PC