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Heimkehr des verlorenen Sohns: Prinz Harry zieht offenbar zurück nach Großbritannien
Heimkehr des verlorenen Sohns: Sechseinhalb Jahre nach seinem Fortgang aus Großbritannien im offenen Streit mit dem Königshaus kehrt Prinz Harry Medienberichten zufolge in sein Heimatland zurück. Der Umzug mitsamt seiner Frau Meghan und seinen Kindern aus den USA ins Vereinigte Königreich solle "bis Ende des Monats" abgeschlossen sein, berichteten mehrere britische Medien am späten Mittwochabend. Die beiden Kinder des Paares sind demnach schon für den Schulbeginn im September an einer britischen Schule angemeldet.
Der jüngere Sohn von König Charles III. und seine Familie wollten "die Vereinigten Staaten bis Ende des Monats verlassen, um sich in einem privaten, nicht zum Königshaus gehörenden Wohnsitz niederzulassen", berichtete der "Telegraph". Harry und Meghan haben demnach schon ein passendes Haus gefunden, das sich wahrscheinlich außerhalb von London befindet.
Der 41-jährige Prinz und seine vier Jahre ältere Frau haben zwei Kinder, den siebenjährigen Prinz Archie und die fünfjährige Prinzessin Lilibet. Die Familie lebt derzeit in Meghans Heimat, dem US-Bundesstaat Kalifornien.
Eine offizielle Bestätigung des Umzugs gab es zunächst nicht. Harry trat am Mittwoch in Washington breit lächelnd bei einem runden Tisch mit Veteranen auf, äußerte sich aber nicht zu seinem Privatleben. Britische Medien halten einen Umzug des Herzogs von Sussex und seiner Familie in die Gegend von Northampton nördlich von London für möglich, wo die Familie von Harrys verstorbener Mutter Diana das Anwesen Althorp besitzt. Auch die malerischen Cotswolds nahe Oxford, die bei Promis äußerst beliebt sind, werden als Harrys künftiger Wohnort gehandelt.
Die Rückkehr nach Großbritannien kommt überraschend. Laut der Nachrichtenagentur Press Association wurde auch König Charles III. erst am Sonntag von den Plänen seines jüngeren Sohnes informiert. Der 77-jährige Monarch "begrüßt die Gelegenheit, mehr Zeit mit der Familie im privaten Rahmen zu verbringen", hieß es in dem Bericht. Am Status von Harry und Meghan werde sich nichts ändern: Das Paar werde weiterhin keine offiziellen königlichen Aufgaben wahrnehmen, berichtete Press Association.
Unklar blieb zunächst, ob Harrys älterer Bruder William und dessen Frau Catherine über die Neuigkeiten informiert worden waren. Der Thronfolger und Harry haben sich entfremdet und sprechen Berichten zufolge nicht mehr miteinander.
Harry und seine Frau hatten sich Anfang 2020 im Zuge eines Zerwürfnisses mit der königlichen Familie von ihren royalen Pflichten zurückgezogen. Sie zogen zunächst nach Kanada, kurze Zeit später dann nach Kalifornien. Britische Boulevardmedien betitelten die Abkehr des Prinzen und seiner Frau Meghan von Großbritannien damals als "Megxit".
Ganz entgegen den Gepflogenheiten bei den Royals machten Harry und Meghan in einem Interview mit US-Talkshowgröße Oprah Winfrey im März 2021 Rassismus-Vorwürfe gegen das britische Königshaus öffentlich. Auch eine Netflix-Doku-Serie über ihr Leben nutzten Harry und Meghan für Kritik an den Royals.
Für Zündstoff sorgte überdies Harrys Anfang 2023 veröffentlichte Autobiografie "Reserve". In dem Welt-Bestseller übte er offen Kritik an Mitgliedern der Königsfamilie wie seiner Schwägerin Catherine und seiner Stiefmutter Camilla.
Im vergangenen Jahr aber erklärte Harry, dass er sich mit seinem vor zwei Jahren an Krebs erkrankten Vater versöhnen wolle. Im vergangenen Monat dann empfing Charles III. Medienberichten zufolge erstmals seit vier Jahren seinen jüngeren Sohn und dessen Familie. Das Treffen habe in Highgrove stattgefunden, der Privatresidenz des Königs im Südwesten Englands. Auch Königin Camilla nahm den Berichten zufolge daran teil.
Trotzdem ist die nun bevorstehende Rückkehr des abtrünnigen Sohnes nach Angaben des Royal-Experten Richard Fitzwilliams eine "unerwartete Entwicklung". Im Fernsehsender GB News sagte er: "Mein erster Gedanke war ehrlich gesagt ... sie haben es in den USA nicht geschafft." Harry und Meghan seien "im Grunde daran gescheitert, in Hollywood zur absoluten Spitzenriege zu gehören".
Das Paar hatte nach seiner Abkehr vom Königshaus einen Mega-Deal mit Netflix unterzeichnet - Berichten zufolge im Umfang von 100 Millionen Dollar. Viele ihrer Projekte kamen aber beim Publikum nicht wie erhofft an. Ein 2025 geschlossener Folgevertrag mit Netflix soll deutlich schlechtere Konditionen haben.
Royals-Experte Ed Owens vermutet als Hauptgrund für den Umzug, dass Harry seine Kinder in Großbritannien aufwachsen lassen will. Zudem unterstützt Harry immer noch mehrere Wohltätigkeitsorganisationen im Königreich und die Organisation für die von ihm initiierten Invictus Games für Kriegsversehrte hat ihren Sitz im zentralenglischen Birmingham.
Laut dem Boulevardblatt "Sun" halten sich Harry und Meghan eine Hintertür offen: Sie behalten demnach ihr Haus im kalifornischen Montecito. Außerdem besitzt das Paar ein Haus in Portugal, wo es diesen Sommer Urlaub gemacht haben soll.
Den britischen Boulevardmedien steht Harry äußerst ablehnend gegenüber, zumal er sie für den Tod seiner Mutter Diana verantwortlich macht, die 1997 bei einem Autounfall auf der Flucht vor Paparazzi in Paris ums Leben kam. Dianas Bruder Charles Spencer kündigte nun an, knapp 30 Jahre nach Dianas tragischem Tod ein Buch über sie zu veröffentlichen. "Swan Song: Diana, My Sister" (Schwanengesang: Diana, meine Schwester) erscheint demnach am 22. September auf Englisch und in zwölf weiteren Sprachen.
V.Fontes--PC