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Wetterdienst: Womöglich zweitwärmster Sommer seit Messbeginn in Deutschland
Der diesjährige Sommer ist nach offiziellen Angaben wahrscheinlich der zweitwärmste seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in Deutschland gewesen. "Nach vorläufigen Berechnungen dürfte nur der Jahrhundertsommer 2003 mit 19,7 Grad wärmer gewesen sein", teilte der Deutsche Wetterdienst am Montag in Offenbach mit. Mit rund 22 heißen Tagen mit mindestens 30 Grad Celsius sowie etwa fünf sehr heißen Tagen mit mindestens 35 Grad sei die Hitzehäufigkeit zudem "beispiellos" gewesen.
Nach vorläufigen Berechnungen der Meteorologen lag das Temperaturmittel in diesem Sommer bundesweit bei 19,6 Grad - und damit nur knapp unter dem des Jahrhundertsommers vor 23 Jahren. Das waren mehr als 3,3 Grad mehr als der Wert der für längerfristige Vergleiche herangezogenen Periode. Vor allem im Süden und Südwesten sei die Belastung durch Hitze in den Monaten Juni bis August außergewöhnlich gewesen, hieß es. In der Fläche sei der diesjährige Sommer zudem "deutlich zu trocken" gewesen.
Deutschland und weite Teile des übrigen Europas wurden in diesem Sommer wiederholt von teils langanhaltenden extremen Hitzewellen erfasst - die Folge davon waren unter anderem auch Hitzerekorde. Ein neuer nationaler Tagesspitzenwert wurde laut Wetterdienst am 27. Juni mit 41,8 Grad in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt erreicht. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni wurde im sächsischen Kubschütz zudem ein historischer Nachtrekord aufgestellt - dort wurde es nicht kühler als 29,4 Grad.
Die Hitze und ihre Folgen hatten gravierende Folgen. Wegen anhaltender Trockenheit fielen die Pegel vieler Flüsse auf Rekordtiefstände, was Lieferketten bedrohte und Sorgen vor Konjunktureintrübungen auslöste. Nach Berechnungen des Robert-Koch-Instituts kamen schätzungsweise fast 16.000 Menschen hitzebedingt zu Tode. Feuerwehren mussten zahlreiche Waldbrände bekämpfen, Landwirte rechnen laut Bauernverband teils mit enttäuschenden Ernten vor allem im Süden und Westen der Bundesrepublik.
Entsprechend standen Hitze- und Klimaschutz zuletzt ganz weit oben auf der politischen Tagesordnung und werden kontrovers diskutiert. Experten zufolge führt der vom Menschen verursachte Klimawandel dazu, dass sich extreme Wetterereignisse verstärken und häufiger auftreten. Europa ist laut Wissenschaftlern der sich am schnellsten erwärmende Kontinent.
"Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz eingehen wird", erklärte der Wetterdienst am Montag. Grundlage war die Auswertung der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. Seit 1881 werden in Deutschland systematische Wetteraufzeichnungen betrieben.
Bundesweit fielen im Schnitt laut vorläufiger Bilanz rund 171 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, was knapp 72 Prozent des Solls aus der Vergleichsperiode 1961 bis 1990 entspricht. Nach einem trockenen Juni habe "der markant niederschlagsarme Juli" das Defizit vergrößert, der August nur regional für Entlastung gesorgt, erklärte der Wetterdienst.
Dabei gab es regional erhebliche Schwankungen, so fielen am nördlichen Oberrhein zwischen Juni und August stellenweise lediglich 70 Liter. Zum Sommer gehörten demnach aber auch örtliche Unwetter mit teils erheblichen Niederschlägen - etwa im bayerischen Deisenhofen, wo am 29. Juni innerhalb eines Tages eine Rekordmenge von 102 Liter je Quadratmeter niederging. Während einer späteren Unwetterlage am 19. August traten in mehreren Bundesländern von Rheinland-Pfalz bis Brandenburg zudem Tornados auf.
Auch mit Blick auf die Sonnenscheindauer zählte der diesjährige Sommer laut vorläufigen Berechnungen zu den fünf sonnigsten seit Beginn der entsprechenden Messungen im Jahr 1951. Die Sonne schien demnach rund 779 Stunden - in Teilen Süddeutschlands örtlich sogar etwa 900 Stunden.
T.Resende--PC