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Teilzeit-Debatte: Wirtschaftsexperte Haan für steuerliche Reformen als Anreiz
In der Debatte über Teilzeitarbeit schlägt der Arbeitsmarktexperte Peter Haan den Ausbau der Kinderbetreuung und strukturelle Reformen im Steuersystem vor. "Dann könnte man wirklich Anreize setzen, dass mehr Leute Vollzeit arbeiten", sagte der Wirtschaftswissenschaftler vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Im aktuellen System gebe es "sehr viele Hemmnisse".
Haan verwies auf die Betreuungssituation in Kitas. Auch Schulkinder bräuchten oft nachmittags eine Betreuung. Wenn beide Eltern Vollzeit arbeiteten, sei es "wirklich schwierig, das hinzubekommen". Wichtig sei eine bessere Infrastruktur bei der Kinderbetreuung, aber auch bei der Pflege.
Das Zweite seien steuerliche Anreize. Die Förderung von Minijobs biete in Kombination mit dem Ehegattensplitting Anreize dafür, dass bei Paaren einer Vollzeit arbeite und der andere gar nicht oder in Teilzeit oder in einem Minijob. Strukturelle Reformen "heißt nicht, dass wir die Steuern erhöhen müssen", betonte Haan. "Wir müssen sie nur umstrukturieren".
Den Vorschlag des CDU-Wirtschaftsflügels, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, sieht Haan skeptisch. Er verwies darauf, dass mehr Beschäftigte in den Arbeitsmarkt gekommen seien, als 2001 das Recht auf Teilzeit eingeführt wurde. "Wenn wir das jetzt abschaffen würden, kann es sein, dass einfach viele Leute aufhören zu arbeiten, weil sie sonst ihren Alltag nicht mehr erledigen können", warnte er.
L.Carrico--PC