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Bundeswehrverband sieht deutlich höheren Personalbedarf in der Truppe
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, rechnet mit einem deutlich höheren Personalbedarf bei der Bundeswehr. Die Zahl der Soldatinnen und Soldaten müsse "oberhalb von 300.000" liegen, sagte Wüstner am Montag dem ARD-Hauptstadtstudio. Das Verteidigungsministerium plant derzeit mit 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten bis Mitte der 2030er-Jahre. Wüstner begründet seine Personalschätzung mit Verpflichtungen, die Deutschland gegenüber der Nato eingegangen ist.
Am 24. März jährt sich die Bundestagsentscheidung zur Aussetzung der Wehrpflicht zum fünfzehnten Mal. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes rechnet "spätestens in zwei Jahren" mit einer erneuten Wehrpflichtdebatte, "wenn die Bundeswehr die Infrastruktur und das Material zur Verfügung hat, aber dann das Personal nicht ausreicht". Er geht nicht davon aus, dass die Bundeswehr ihre Personalprobleme mit dem freiwilligen Wehrdienst beseitigen kann.
Der neue Wehrdienst sieht vor, dass 18-jährige Männer ab Jahrgang 2008 verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung gehen müssen. Der Wehrdienst an sich bleibt aber vorerst freiwillig. Für Frauen ist sowohl das Ausfüllen des Fragebogens als auch die Musterung freiwillig. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums aus der vergangenen Woche liegt die Personalstärke der Bundeswehr aktuell bei 186.200 Soldatinnen und Soldaten.
Trotz der Fokussierung auf den Iran-Krieg plädiert Wüstner dafür, dass der Schwerpunkt für die Bundeswehr und die Nato weiterhin im Osten des Bündnisses liegen müsse. Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin ergebe sich "in den nächsten ein, zwei Jahren ein ideales Zeitfenster, die Nato zu testen", sagte der Chef des Bundeswehrverbands: "Wir haben innerhalb der Nato, auch aufgrund des Agierens von Trump – Stichwort Vertrauensverlust – schon eine Abschreckungslücke und ich befürchte, dass diese größer wird."
G.Machado--PC