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Erstmals seit Wochen wieder Angriffe der USA und des Iran - Teheran meldet zwei Tote
Rund einen Monat pausierten die USA und der Iran ihre gegenseitigen Militärangriffe - nun hat die US-Armee die iranische Insel Larak in der Straße von Hormus attackiert und der Iran eigenen Angaben zufolge mit Gegenangriffen in der Region reagiert. Bei dem US-Angriff am Sonntagabend seien Raketenwerfer auf Larak ins Visier genommen worden, teilte das US-Militärkommando Centcom mit. Laut iranischen Medien wurden dabei zwei Menschen getötet.
Bei dem Angriff auf Larak "gab es zwei Märtyrer und mehrere weitere Menschen wurden verletzt", sagte der Gouverneur der Nachbarinsel Keschm, Hossein Amir Tejmuri, laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Ob es sich bei den Opfern um Soldaten oder Zivilisten handelt, teilte er nicht mit. Zuvor hatten bereits die iranischen Revolutionsgarden erklärt, bei den US-Angriffen habe es "Tote und Verletzte" gegeben.
Nach Angaben des US-Militärs sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Straße von Hormus deponiert. "US-Streitkräfte haben heute zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak angegriffen", sagte ein Centcom-Sprecher. Die Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, "wie sie sich darauf vorbereiteten, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abzufeuern". Der bisher letzte US-Angriff auf Ziele im Iran war am 29. Juli erfolgt.
Die Revolutionsgarden teilten ihrerseits mit, sie hätten als Antwort auf die US-Angriffe die vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte al-Asrak und King Hussein attackiert. Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und "schwere Schäden" verursacht worden. Die jordanische Armee fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.
US-Präsident Donald Trump kündigte wiederum eine harte Antwort auf die iranischen Gegenangriffe an. "Wir werden hart gegen sie zuschlagen", wurde Trump von einem Reporter des Senders Fox News zitiert. "Es wird eine Antwort geben."
Das Außenministerium in Teheran erklärte, die iranischen Streitkräfte hätten im Einklang mit dem "Recht auf legitime Verteidigung" gehandelt. Nach Angaben iranischer Staatsmedien griffen die Streitkräfte des Landes auch US-Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an. Dutzende Drohnen hätten "US-Hubschrauber und -Personal auf dem Stützpunkt Al Minhad" in den Emiraten anvisiert, zitierte das Staatsfernsehen die iranische Armee.
Die VAE wiesen die Angaben aus Teheran jedoch zurück. Berichte über einen Angriff auf die Basis Al Minhad "entbehren jeder Grundlage", erklärte das Verteidigungsministerium in Abu Dhabi im Onlinedienst X. Die Armee der Emirate habe auf eine iranische Drohne "reagiert", die sich "vom Iran genähert" habe und über den Hoheitsgewässern der VAE entdeckt worden sei.
Das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate bezeichnete den iranischen Drohnenangriff als "gefährliche Eskalation". Die Emirate behielten sich das "volle und legitime Recht auf eine Reaktion" vor
Der iranische Präsidenten Massud Peseschkian betonte unterdessen, dass eine Fortsetzung des Krieges mit den USA nicht im Interesse des Iran sei. "Wir verfolgen weiterhin den Pfad der Einigung und des Verständnisses und sind der Überzeugung, dass eine Fortsetzung des Krieges weder in unserem Interesse noch im Interesse der Region ist", sagte Peseschkian bei einem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Kirgistan.
Der Iran glaube an "Dialog und Zusammenarbeit" als Lösung für das Problem. Es müssten alle Kapazitäten genutzt werden, um die weitere Ausbreitung von "Unsicherheit und Konflikt" zu unterbinden, sagte Peseschkian.
Seit dem Beginn des Iran-Krieges vor sechs Monaten hat Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus weitgehend blockiert. Im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen. In der Folge stiegen weltweit die Ölpreise drastisch an.
Die USA und Israel hatten ihre Angriffe auf den Iran am 28. Februar begonnen. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und US-Verbündete in der Golfregion.
Im April wurde dann eine Waffenruhe vereinbart, im Juni ein Rahmenabkommen mit dem Ziel einer noch auszuhandelnden Friedensregelung geschlossen. Dennoch treten die von Pakistan und Katar vermittelten diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konfliktes und zur Regelung der Situation in der Straße von Hormus auf der Stelle.
A.Santos--PC