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Rang acht: Paschke muss Kraft und Co. ziehen lassen
Aus der Traum: Pius Paschke hat am deutschen "Schicksalsberg" trotz guter Vorstellung seine letzte realistische Chance auf den Gesamtsieg der Vierschanzentournee verspielt. Während der neue Gesamtführnede Stefan Kraft in Innsbruck den nächsten österreichischen Dreifachtriumph anführte, war für Hoffnungsträger Paschke der achte Platz zu wenig.
"Jeder ist seines Glückes Schmied. Die anderen sind gerade extrem gut und pushen sich gegenseitig", sagte Paschke in der ARD: "Bei mir fehlt etwas, es ist nicht ganz die Leichtigkeit da. Und dann fehlen ein paar Meter."
Nach den Rängen vier und neun an den deutschen Stationen flog Paschke am Bergisel auf 128,5 und 123,5 m, nach dem ersten Durchgang lag er noch auf dem siebten Rang. In der Gesamtwertung bleibt der 34-Jährige Sechster, die Spitze ist vor dem Finale am Montag in Bischofshofen (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) aber weiter enteilt und zudem hochklassig besetzt.
Erster Anwärter auf den Goldadler ist nun Kraft, der am Bergisel vor Jan Hörl und Daniel Tschofenig gewann. Auch in der Gesamwertung führt Kraft nun mit 887,1 Punkten hauchdünn vor Hörl (886,5) und Tschofenig (885,8). Alles deutet somit auf den ersten Tournee-Sieg eines Österreichers seit zehn Jahren hin. Für die DSV-Adler wird sich hingegen die seit Sven Hannawalds Grand Slam im Winter 2001/02 andauernde Flaute fortsetzen.
Vor 22.500 Zuschauer in der erstmals seit 2016 ausverkauften Arena, darunter gut die Hälfte aus Deutschland, blieb das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher erneut hinter den Erwartungen zurück. Neben Paschke schafften es nur Andreas Wellinger (13.) und Philipp Raimund (15.) in die Punkte.
Karl Geiger (34.), vor dem Wettkampf noch Achter der Gesamtwertung, verpasste dagegen ebenso wie Felix Hoffmann (44.) und Adrian Tittel (45.) den zweiten Durchgang.
"Wir geben nicht auf und werden richtig Gas geben. Pius ist nicht so weit weg", hatte Horngacher vor dem Wettkampf noch gesagt. Paschke, der fünf der ersten acht Saisonspringen gewonnen hatte, lieferte zwar ab - für einen Angriff auf das Podest reichte es aber erneut nicht.
Immerhin: Paschke schafft es in Innsbruck erstmals in seiner Karriere unter die besten 25. Horngacher hatte die Formulierung "Schicksalsberg" zuletzt als "Aberglaube" abgetan, die Stürze von Severin Freund (2016) und Richard Freitag (2018) sowie Geigers Rückschläge 2020, 2021 und 2023 sprechen jedoch eine andere Sprache. Vor einem Jahr hatte Wellinger in Innsbruck seine Gesamtführung verloren.
Eitel Sonnenschein herrscht dagegen im Team Österreich, das sich auch von Spekulationen um einen vermeintlichen "Wunderanzug" und versteckte Bindungen nicht beirren ließ und den ersten Dreifachsieg in Innsbruck seit 1975 holte. Nun landeten sogar sechs ÖSV-Adler unter den besten Zwölf. Kraft ist rein statistisch fast am Ziel: Bei den jüngsten 25 Tourneen hat nur der Norweger Daniel Andre Tande 2016/17 als Führender nach Innsbruck noch den Gesamtsieg verspielt.
An dem kaum von Fakten untermauerten Getuschel um einen Materialvorteil der Österreicher wollte sich derweil aus der deutschen Mannschaft niemand beteiligen. "Fakt ist, dass alle Athleten, die auf dem Podium stehen, über ein hervorragendes Material verfügen müssen, sonst steht man nicht dort", sagt DSV-Sportdirektor Horst Hüttel bei t-online: "Wir haben vollstes Vertrauen zur FIS, dass hier alles genauestens geprüft wird."
Weiter geht es für Paschke und Co. schon am Sonntag, wenn in Bischofshofen die Qualifikation (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) für das große Tournee-Finale ansteht. Auch dort ist noch immer Hannawald der letzte deutsche Sieger – und derzeit spricht wenig dafür, dass sich das ändern wird.
Nogueira--PC